HomeBiografieKurzbiografie 1798 bis 1805 – Lebenslauf 4. Teil

Kurzbiografie 1798 bis 1805 – Lebenslauf 4. Teil

1798

Der Wallenstein nimmt immer mehr Gestalt an. Im Januar stellt Schiller den zweiten Teil von Die Piccolomini ab. Am 3. März wird Schiller zum ordentlichen Honorarprofessor in Jena ernannt, das ihm aber keine finanziellen Vorteile bringt. Im Juni werden Die Horen eingestellt. Im Juli entsteht das Gedicht Das Glück.

Im August entstehen weitere bedeutende Gedichte und Balladen: Die Bürgschaft , Der Kampf mit dem Drachen und Das Eleusische Fest. Das Verhältnis mit Fichte scheint sich zu bessern. Bei einem Aufenthalt im September bei Goethe entschließt sich Schiller, den Wallenstein neu zu gliedern. Die Teile werden im Hinblick auf eine Einzelaufführung ausgearbeitet.

In dieses Jahr fallen vermutlich auch die Pläne für die Dramen Das Schiff und Das Seestück.

1799

Johann Ludwig Tieck, deutscher Schriftsteller, Bleistiftzeichnung von C. VogelSchillers Dramen-Trilogie Wallensteins Lager, Die Piccolomini und Wallensteins Tod werden aufgeführt. Im März bespricht Schiller mit Goethe seinen Plan zu seinem Drama Die Braut von Messina oder Die feindlichen Brüder. Ende April beginnt Schiller mit dem Quellenstudium zur Maria Stuart. Im Juli besucht ihn Ludwig Tieck.

Am 11. Oktober wird seine Tochter Karoline Henriette Luise geboren. Charlotte erkrankt für einige Wochen schwer. Das Lied von der Glocke entsteht und wird im Oktober im Musenalmanach für das Jahr 1800 veröffentlicht.

Der Herzog von Weimar erhöht im September Schillers Jahrespension auf 400 Taler. Schiller nimmt dies zum Anlass, mit seiner Familie am 3. Dezember nach Weimar umzuziehen. In das Jahr 1799 fallen auch die Gedichte Nänie und Die Worte des Wahns.

1800

Maria Stuart, Königin von Schottland, um 1575. Schiller greift in seinem Drama die Geschichte der schottischen König, die 1568 nach der Ermordung ihres Mannes fliehen musste und sich von der englischen Königin Elisabeth I. Hilfe erhofft, auf.

Im Januar/Februar erkrankt Schiller wieder sehr schwer an einem Nervenfieber. Mitte März beginnt er sich zu erholen. Er übersetzt Shakespeares Macbeth. Bis zum Juni zieht er sich auf Schloss Ettersberg zurück und beendet die Arbeit an Maria Stuart. Das Drama wird am 14. Juni in Weimar uraufgeführt. Kurz darauf beschäftigt sich Schiller bereits mit Der Jungfrau von Orleans, dessen Plan er im September ausarbeitet. Auf Wunsch von Goethe nimmt Schiller im Dezember an den Proben von Glucks Oper Iphigenie auf Tauris teil und ist tief von Glucks Musik beeindruckt.

1801

In Weimar wwird Voltaires Tracred in einer Bearbeitung von Goethe uraufgeführt. Schiller hatte die Inszenierung übernommen. Im April beendet Schiller die Arbeiten an der Jungfrau von Orleans. Bereits im Mai sucht Schiller nach Stoffen für ein weiteres Drama. In Erwägung zieht er Die Malteser, Die Braut von Messina, Warbeck und andere Stoffe. Er hatte sich hierzu in sein Gartenhaus in Jena zurückgezogen. Das Drama wird in Weimar aber nicht aufgeführt. Die Geliebte von Herzog Karl August soll die Titelrolle nicht spielen. Das Stück wird Leipzig am 11. September uraufgeführt und kommt beim Publikum gut an. Schiller nimmt an der dritten Aufführung teil und wird begeistert gefeiert.

Im August und September reist Schiller mit Charlotte nach Dresden und Leipzig. Es gibt ein letztes Wiedersehen mit Gottfried Körner. Im Dezember hat Schiller einen schlimmen Cholera-Anfall.

1802

Ende Januar beschäftigt sich Schiller erstmals mit dem Stoff für Wilhelm Tell.Die Gedichte An die Freunde, Die vier Weltalter und Kassandra entstehen im Februar. Mitte März bittet Geothe Schiller um die Bearbeitung seiner älteren Stücke für die Lauchstädter Bühne. Er kauft sich mit geliehenem Geld ein neues Haus an der Esplanade. In Weimar ist es heute als "Schillerhaus" bekannt.

Schillers Mutter Elisabeth Dorothea stirbt am 29. April in Neckarsulzach. Im August beginnt er die Arbeit an der Braut von Messina. Auf Empfehlung des Herzogs von Weimar wird Schiller vom Kaiser im November der Adelstitel verliehen. Er selbst hält nicht viel von diesem Titel.

1803

Nachdem Schiller im Februar die Arbeit an dem Drama beendet, wird im März in Weimar Die Braut von Messina uraufgeführt. Ende April beendet er seine letzte Ballade Der Graf von Habsburg. Im Mai schreibt er das Gedicht Das Siegesfest. Er beginnt im August mit den Arbeiten an Wilhelm Tell. Goethe lässt im Oktober Shakespeares Julius Caesar aufführt und möchte Schiller damit das Studium von Volksszenen für seinen Wilhelm Tell ermöglichen.

1804

Wilhelm Tell wird mit phänomenalem Erfolg in Weimar uraufgeführt. Die Arbeit an dem Drama hatte er am 18. Februar abgeschlossen. Es folgen weitere erfolgreiche Aufführungen in Berlin. Mit Charlotte und seinen Söhnen war er nach Berlin gereist, wwo ihm außerordnetliche Ehrungen durch die Öffentlichkeeit und das Preußische Königshaus zu Teil wurden. Im März macht er neue Dramenpläne und entscheidet sich für den Demetrius-Stoff. Nach der Rückreise aus Berlin arbeitet er an diesem Stoff weiter. Der Herzog verdoppelt sein Gehalt auf 800 Taler jährlich.

Am 19. Juli bringt Schiller Charlotte zur bevorstehenden Entbindung nach Jena. Er hat eine Erkältung und starke Schmerzen im Unterleib. Er befindet sich in Lebensgefahr. Am 25. Juli kommt seine Tochter Emilie Henriette Luise zur Welt. Schiller beginnt sich zu erholen. Im November entsteht die Huldigung der Künste als Festspiel zur Ankunft der Großfürstin Maria Pawlowna, der Gattin des Erbprinzen Karl Friedrich. Schiller erkrankt wieder schwer. Die Krankheitsanfälle reißen nicht mehr ab.

1805

Gruft auf dem St.-Jakobs-Friedhof in Weimar. Schiller wurde hier am 12. Mai 1805 beigesetzt.

Schiller arbeitet im Januar am Demetrius weiter. Im Februar erkrankt Goethe schwer. Zur gleichen Zeit hat Schiller starke Fieberanfälle. Gegen Ende des Monats bessert sich sein Gesundheitszustand, so dass er weiter am Demetrius arbeiten kann. Am 1. Mai begegnet Schiller auf dem Weg zum Theater zum letzten Mal Goethe. Er hat eine akute Lungenentzündung, arbeitet dennoch weiter. Am 5. Mai beginnt die letzte Phase seiner tödlichen Erkrankung. In den frühen Abendstunden am 9. Mai stirb Schiller. In der Nacht zum 12. Mai wird er zunächst auf den St.-Jakobs-Friedhof in Weimar beigesetzt. Im Dezember 1827 wird er in die Fürstengruft überführt.

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