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»Die Räuber« von Friedrich Schiller – Zusammenfassung und Inhaltsangabe zum Drama

Bewertung:
(Stimmen: 358 Durchschnitt: 4.2)

„Die Räuber“ ist Friedrich Schillers erstes Drama, das er 1781 vollendete. Das Stück, das an das Ende des Sturm und Drangs zu setzen ist, war ein fulminanter Senkrechtstart für den Dramatiker Schiller. Sein Erstlingswerk entstand unter den in der Karlsschule, einer Militärakademie in Stuttgart, gewonnenen Eindrücken. Schiller war in der Schule, in der strenge Regeln galten, Zögling und studierte Medizin. Doch auch die Auseinandersetzung mit Literatur und theatralischer Darstellung förderte die Schule insofern, dass die Schüler zu Festen verschiedene Stücke – darunter Moliere, Mexcier und Goethe – aufführen durften. Schiller beteiligte sich hieran rege. Er veröffentlichte das Drama zunächst anonym als Lesedrama und arbeitete es später zu einer Bühnenfassung um. Hierbei musste er einiges abmildern. Unter dem Intendanten Heribert von Dalberg wurden „Die Räuber“ erstmals am 13. Januar 1782 in Mannheim uraufgeführt. Diese Bühne zählte damals zu den renommiertesten Schaubühnen Deutschlands.

Was dich hier erwartet

Wir wollen euch hier den bestmöglichen Zugang zu Friedrich Schillers „Die Räuber“ geben. Euch erwarten deshalb hier detaillierte Informationen zu Schillers Erstlingswerk:

  1. „Die Räuber“ – Worum es geht: Hier erläutern wir kurz die Fabel bzw. die Idee des Stückes.
  2. Die Entstehung von „Die Räuber“: Eine kurze Erläuterung der Entstehung des Dramas und der von Schiller genutzten Quellen.
  3. Kurze Zusammenfassung der Handlung
  4. Szenenübersicht
  5. Detaillierte Zusammenfassung der Handlung von „Die Räuber“ nach Akten und Szenen mit Illustrationen zu wichtigen Szenen
  6. Charakterisierung wichtiger Figuren aus „Die Räuber“

Bei den Kommentaren kannst du auch Fragen stellen.

»Die Räuber« – Worum es geht – Fabel

Karl Moor, Charakter aus dem Schiller-Drama Die Räuber, Zeichnung von Friedrich Pecht, 1859

Karl Moor – Der verstoßene Sohn wird Hauptmann einer Räuberbande.

In einer Selbstrezension zu seinem Stück schildert Schiller selbst die Fabel seiner Räuber, die wie folgt beginnt: „Ein fränkischer Graf, Maximilian Moor, ist Vater von zween Söhnen, die sich an Charakter sehr unähnlich sind. Karl, der ältere, ein Jüngling voll Talenten und Edelmut, gerät in Leipzig in einen Zirkel lüderlicher Brüder, stürzt in Exzesse und Schulden, muss zuletzt mit einem Trupp seiner Spießgesellen fliehen.“ Sein jüngerer Bruder Franz lebt noch beim Vater. Er ist ein heimtückischer und schadenfroher Charakter und versucht, seinen Bruder bei seinem Vater in Verruf zu bringen, seine Braut Amalia für sich zu gewinnen und den Vater zu vernichten, um selbst an die gräfliche Macht zu gelangen. Durch die Fälschung eines Briefes sorgt Franz dafür, dass ein Bruder Karl enterbt wird. Der zutiefst verletzte Karl, der keinen anderen Ausweg findet, wird Hauptmann einer Räuberbande. „Beider Aktivitäten setzen eine Kette von Katastrophen in Gang, die im Tod des Vaters münden, in Franzens Selbstmord und die Ermordung Amalias durch Karl, der sich anschließend der Justiz und somit seiner Hinrichtung ausliefert.“

Beide Söhne wählen extreme, am Ende verabscheuungswürdige Mittel, um sich von den Fesseln der  Elterngeneration und den Schranken des „Kastratenzeitalters“ zu befreien. Während Karl ein Befreier sein möchte und hierbei zwielichtige Mittel benutzt, ist Franz ein Tyrann, der sich selbst über alle Natur erhebt. Als Schauplatz für sein Drama wählte Schiller die engen, finsteren und felsigen Schluchten des Böhmerwalds mit ihren reisenden Bergströmen, ein raues, wildes und unzugängliches Gebiet, wie es in ganz Deutschland nicht geeigneter zu finden war.

Entstehung von „Die Räuber“

Angeregt wurde Schiller zu seinem Drama „Die Räuber“ von einer Geschichte von Christian Schubart, die den Titel „Zur Geschichte des menschlichen Herzens – Text des Schubartschen Werkes“ trägt. Sein Freund Wilhelm von Hoven hatte ihn auf diese Erzählung aufmerksam gemacht, die in Baltasar Haugs schwäbischem Magazin (Jahrgang 1775) zu finden war.

In der Erzählung Schubarts rettet ein Sohn seinen Vater. Dieser Vater hatte ihn verstoßen. Die Erzählung enthält viele Momente, die sich auch in Schillers „Die Räuber“ wiederfinden. Bereits 1776 hatte Schiller ein Stück mit dem Namen „Der verlorene Sohn“ entworfen. Anzunehmen ist, dass er sich hier bereits intensiv mit seinem Sujet vertraut gemacht hatte. Neben Plutarch und Rousseau hatte sich Schiller auch mit Cervantes „Don Quixote“ auseinandergesetzt. Sein Räuber Karl Moor ist dabei an den Räuber Roque aus Cervantes Meisterwerk angelehnt. Auch das Schicksal des bekannten Räuberhauptmanns Nikol List diente Schiller als Vorlage.

Von 1777 an arbeitet Schiller wohl regelmäßig an seinem Drama. Hierzu wendet er täglich mehrere Stunden auf. Mitunter stellte er sich krank und arbeitete bei einem Nachtlicht, umgeben von medizinischen Werken, mit denen er die losen Blätter schnell verdecken konnte, wenn ihn ein unerwarteter Besuch überraschte. Ende 1777 legte er aber die Arbeit beiseite und beschäftigte sich erst 1780 wieder intensiv mit seinem Werk. Nach einigen Änderungen kam es zu Vorlesungen im Freundeskreis. Dabei wollte er die Wirkung seiner Räuber erforschen. Dass sich Schiller immer wieder Stückweise mit seinem Drama auseinandergesetzt hatte und hierbei kolossale, mitunter krampfartige Anstrengungen unternahm, ist seinem ersten Jugenddrama durchaus anzumerken. Einzelnen Szenen und Monologe hatte er isoliert bearbeitet, noch ehe er überhaupt einen Plan für das Ganze durchdacht hatte. Natürlich konnte auf diese Weise – noch – kein Werk „aus einem Guss“ entstehen.

Da Schiller für sein Drama zunächst keinen Verleger fand, musste er zunächst privat das Geld für die Veröffentlichung aufbringen. Die erste Auflage erschien anonym in einer Auflage von 800 Exemplaren. Nach der Veröffentlichung war bald ganz Stuttgart in Aufregung. Auch an Wieland hatte Schiller ein Exemplar gesandt mit der Bitte um dessen Einschätzung. So wurde schließlich auch das Theater auf Schillers Räuber aufmerksam. Freiherr von Dalberg, Intendant des damals bedeutenden Mannheimer Theater, wandte sich an Schiller und bat ihn um eine Umarbeitung für die Bühne. Bis zum Oktober 1781 stellt Schiller diese fertig. Die Theaterbearbeitung ist durchaus gemäßigt. 1782 erschien sie beim Verleger Schwan in Stuttgart, indem das Stück als Trauerspiel bezeichnet wird. Am 13. Januar 1782 eroberten „Die Räuber“ von Mannheim aus die deutschen Theaterbühnen.

Dieser Beitrag besteht aus 5 Seiten:

Kommentare

  1. In der 8.kapitel warum waren franz wach
    Und warum war daniel wach
    Was hat franz zu daniel mitteilen
    Und wie reagiert daniel?

  2. Wie bezeichnet dieses Drama die Epoche Sturm und Drang ? Und worum geht es im Drama Schubarts zur Erzählung does menschlichen Herzens ??bzw kurz zusammenfassung ..

    1. Sicher hätte er das tun können, aber er fühlte sich seiner Räuberbande mehr verpflichtet, als seiner Verlobten, was allerdings nicht so gut geendet hat, für niemanden 😉

    1. Selbstmord wäre sicher eine Lösung, damit der „Held“ einen tragischen Tod erleidet, aber sicher keine, die dem Charakter von Karl entspricht. Bereits sein Bruder Franz hatte sich durch Selbstmord feige den Rächern entzogen und Schweizer, Karls treu ergebener Gefolgsmann, beging ebenfalls Selbstmord – in diesem Falle einen Ehrenselbstmord. Karls Charakter ist anders angelegt. Er folgt ja höheren Motiven, auch wenn er kläglich scheitert. Schon Ende des zweiten Aktes beginnt Karl Moor ja zu begreifen, dass er eben kein Robin Hood ist, sondern nur der Hauptmann einer Verbrecherbande. Das stürzte ihn zunehmend in die Verzweiflung. Eine Rückkehr zu seinem alten Leben ist ihm nicht mehr möglich. Auch zu seiner Geliebten Amalia kann er nicht mehr zurück. Die Räuber erinnern ihn nämlich an den Eid, den er ihnen geschworen hatte. Er hatte sich einem Räuberleben verschrieben, das er nun verabscheut. Räuberhauptmann will er nicht mehr sein. Sich jetzt aber durch Selbstmord feige der Situation zu entziehen, daran denkt er nicht. Ganz im Gegenteil. Er löste die Räuberbande auf (zumindest wollte er das) und macht sich selbst zum Opfer, um die „beleidigten Gesetze“ zu befriedigen. Er sagt: „Aber noch blieb mir etwas übrig, womit ich die beleidigte Gesetze versöhnen, und die misshandelte Ordnung wiederum heilen kann. Sie bedarf eines Opfers – eines Opfers, das ihre unverletzbare Majestät vor der ganzen Menschheit entfaltet – dieses Opfer bin ich selbst. Ich selbst muss für sie des Todes sterben.“ Seine Räuber verstehen das nicht und glauben, er will Selbstmord begehen, weshalb sie ihn entwaffnen wollen. Dem widerspricht er aber gleich. Er will sich als „Opfer“ der Justiz ausliefern, er will so die „Harmonie der Welt“ wiederherstellen. In den Händen der Justiz erwartet ihn ganz sicher auch der Tod. Wenigsten will er einem armen Schlucker noch unter die Arme greifen, indem dieser das auf ihn ausgesetzte Kopfgeld verdienen soll. So erinnert er an seine eigentlichen, weit verfehlten Motive als Räuberhauptmann. Die Räuber nennen das aber „Großmannssucht“.

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