HomeBriefwechsel Schiller-Goethe1804947. An Goethe, 28. Januar 1804

947. An Goethe, 28. Januar 1804

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(Weimar, 28. Jan. 1804.)

In meiner Abgeschiedenheit worin ich jetzt den ganzen Tag zubringe, ist mir so ein freundlicher Gruß zum Abend ein rechtes Labsal, und Sie werden mich ordentlich verwöhnen. Auf die zwei Nova bin ich sehr begierig. Der Gegenstand des Gemäldes scheint mir ganz excellent zu sein und dazu geeignet, ein Kunstwerk vom ersten Rang hervorzubringen, weil er zwei ganz entgegengesetzte Zustände sinnlich vereinigt.

Ich habe Ihnen nichts ähnlicher Art zu berichten. Neben meinem Pensum, das langsam fortrückt und wenigstens nicht stockt, habe ich die Memoires von einem tüchtigen Seemann gelesen, die mich im mittelländischen und indischen Meer herumgeführt haben, und in ihrer Art bedeutend genug sind. Schlafen Sie recht wohl; ich hoffe, Ihnen bald wieder etwas schicken zu können.

Sch.