Dramen werden für das Theater geschrieben, nicht für Leser und Leserinnen. Sollen sie verstanden werden, müssen sie in Szene gesetzt werden, auf der Bühne, In der Vorstellung der Leser und Leserinnen oder im Klassenraum. Erst die szenische Darstellung legt fest, wie die Ereignisse, die Personen und deren Handlungen aussehen und gedeutet werden können.
Der Band enthält den vollständigen Text von Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“ und macht zahlreiche Vorschläge, wie dieses Drama im normalen Unterricht mit einfachen Mitteln des szenischen Spiels interpretiert werden kann. Er stellt nicht nur anschauliches Bild- und Textmaterial für das Verstehen der historischen Hintergründe zur Verfügung, sondern skizziert auch detailliert, wie sich Schüler und Schülerinnen Schritt für Schritt durch Rollenschreiben, Rollengespräche, Standbilder, Szenisches Lesen und Szenisches Spiel einen erfahrungsbezogenen Zugang zur Lebenswelt und zu den Haltungen und Handlungen der von Schiller entworfenen Figuren erarbeiten können.
Der Text wendet sich an Schüler und Schülerinnen, die sich zum ersten Mal mit einem Drama auseinandersetzen. Er will sie anregen, sich die dargestellten Personen und Szenen so anzueignen, daß sie im historisch Fremden eigene Erlebnisse, Empfindungen und Verhaltensweisen wiederentdecken können. Und er will Verfahren vermitteln, die in jedem Unterricht die Lust am Umgang mit Literatur und Alltagsgeschichte(n) erzeugen können.