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Die Worte des Glaubens.

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Drey Worte nenn ich euch, innhaltschwer,
Sie gehen von Munde zu Munde,
Doch stammen sie nicht von aussen her,
Das Herz nur giebt davon Kunde.
Dem Menschen ist aller Werth geraubt,
Wenn er nicht mehr an die drey Worte glaubt.

Der Mensch ist frey geschaffen, ist frey,
Und würd er in Ketten gebohren,
Lasst euch nicht irren des Pöbels Geschrey,
Nicht den Misbrauch rasender Thoren.
Vor dem Sclaven, wenn er die Kette bricht,
Vor dem freyen Menschen erzittert nicht.

Und die Tugend, sie ist kein leerer Schall,
Der Mensch kann sie üben im Leben,
Und sollt er auch straucheln überall,
Er kann nach der göttlichen streben.
Und was kein Verstand der Verständigen sieht,
Das übet in Einfalt ein kindlich Gemüth.

Und ein Gott ist, ein heiliger Wille lebt,
Wie auch der menschliche wanke;
Hoch über der Zeit und dem Raume webt
Lebendig der höchste Gedanke,
Und ob alles im ewigen Wechsel kreisst,
Es beharret im Wechsel ein ruhiger Geist.

Die drey Worte bewahret euch, innhaltschwer,
Sie pflanzet vom Munde zu Munde,
Und stammen sie gleich nicht von aussen her,
Euer Innres gibt davon Kunde,
Dem Menschen ist aller Werth geraubt,
Wenn er nicht an die drey Worte glaubt.

Schiller.