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Die Piccolomini – 3. Aufzug, 5. Auftritt

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Thekla und Max Piccolomini.

Thekla (sobald die Gräfin sich entfernt hat, schnell und heimlich zu Piccolomini).
Trau ihnen nicht. Sie meinen’s falsch.

Max.
Sie könnten –

Thekla.
Trau niemand hier als mir. Ich sah es gleich,
Sie haben einen Zweck.

Max.
Zweck! Aber welchen?
Was hätten sie davon, uns Hoffnungen –

Thekla.
Das weiß ich nicht. Doch glaub mir, es ist nicht
Ihr Ernst, uns zu beglücken, zu verbinden.

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Max.
Wozu auch diese Terzkys? Haben wir
Nicht deine Mutter? Ja, die Gütige
Verdient’s, daß wir uns kindlich ihr vertrauen.

Thekla.
Sie liebt dich, schätzt dich hoch vor allen andern,
Doch nimmer hätte sie den Mut, ein solch
Geheimnis vor dem Vater zu bewahren.
Um ihrer Ruhe willen muß es ihr
Verschwiegen bleiben.

Max.
Warum überall
Auch das Geheimnis? Weißt du, was ich tun will?
Ich werfe mich zu deines Vaters Füßen,
Er soll mein Glück entscheiden, er ist wahrhaft,
Ist unverstellt und haßt die krummen Wege,
Er ist so gut, so edel –

Thekla.
Das bist du!

Max.
Du kennst ihn erst seit heut. Ich aber lebe
Schon zehen Jahre unter seinen Augen.
Ist’s denn das erste Mal, daß er das Seltne,
Das Ungehoffte tut? Es sieht ihm gleich,
Zu überraschen wie ein Gott, er muß
Entzücken stets und in Erstaunen setzen.
Wer weiß, ob er in diesem Augenblick
Nicht mein Geständnis, deines bloß erwartet,
Uns zu vereinigen – Du schweigst? Du siehst
Mich zweifelnd an? Was hast du gegen deinen Vater?

Thekla.
Ich? Nichts – Nur zu beschäftigt find ich ihn,
Als daß er Zeit und Muße könnte haben,
An unser Glück zu denken.
(Ihn zärtlich bei der Hand fassend.) Folge mir!
Laß nicht zu viel uns an die Menschen glauben.
Wir wollen diesen Terzkys dankbar sein
Für jede Gunst, doch ihnen auch nicht mehr
Vertrauen, als sie würdig sind, und uns
Im übrigen – auf unser Herz verlassen.

Max.
Oh! werden wir auch jemals glücklich werden!

Thekla.
Sind wir’s denn nicht? Bist du nicht mein? Bin ich
Nicht dein? – In meiner Seele lebt
Ein hoher Mut, die Liebe gibt ihn mir –
Ich sollte minder offen sein, mein Herz
Dir mehr verbergen, also will’s die Sitte.
Wo aber wäre Wahrheit hier für dich,
Wenn du sie nicht auf meinem Munde findest?
Wir haben uns gefunden, halten uns
Umschlungen, fest und ewig. Glaube mir!
Das ist um vieles mehr, als sie gewollt.
Drum laß es uns wie einen heil’gen Raub
In unsers Herzens Innerstem bewahren.
Aus Himmels Höhen fiel es uns herab,
Und nur dem Himmel wollen wir’s verdanken.
Er kann ein Wunder für uns tun.