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Wallensteins Tod – 3. Aufzug, 23. Auftritt

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Max.
Hoffnung geben Sie mir,
Sie wollen mich nicht ganz verzweifeln lassen.
O täuschen Sie mich nicht mit leerem Blendwerk,
Mein Unglück ist gewiß, und Dank dem Himmel!
Der mir ein Mittel eingibt, es zu enden.

(Die Kriegsmusik beginnt wieder. Der Saal füllt sich mehr und mehr mit Bewaffneten an. Er sieht Buttlern dastehn.)

Ihr auch hier, Oberst Buttler – Und Ihr wollt mir
Nicht folgen? – Wohl! Bleibt Eurem neuen Herrn
Getreuer als dem alten. Kommt! Versprecht mir,
Die Hand gebt mir darauf, daß Ihr sein Leben
Beschützen, unverletzlich wollt bewahren.

(Buttler verweigert seine Hand.)

Des Kaisers Acht hängt über ihm und gibt
Sein fürstlich Haupt jedwedem Mordknecht preis,
Der sich den Lohn der Bluttat will verdienen;
Jetzt tät‘ ihm eines Freundes fromme Sorge,
Der Liebe treues Auge not – und die
Ich scheidend um ihn seh –

(Zweideutige Blicke auf Illo und Buttler richtend.)

Illo.
Sucht die Verräter
In Eures Vaters, in des Gallas Lager.
Hier ist nur einer noch. Geht und befreit uns
Von seinem hassenswürd’gen Anblick. Geht.

(Max versucht es noch einmal, sich der Thekla zu nähern. Wallenstein verhindert es. Er steht unschlüssig, schmerzvoll; indes füllt sich der Saal immer mehr und mehr, und die Hörner ertönen unten immer auffordernder und in immer kürzeren Pausen.)

Max.
Blast! Blast – O wären es die schwed’schen Hörner,
Und ging’s von hier gerad ins Feld des Todes,
Und alle Schwerter, alle, die ich hier
Entblößt muß sehn, durchdrängen meinen Busen!
Was wollt ihr? Kommt ihr, mich von hier hinwegzureißen
– o treibt mich nicht zur Verzweiflung!
Tut’s nicht! Ihr könntet es bereun!

(Der Saal ist ganz mit Bewaffneten erfüllt.)

Noch mehr – Es hängt Gewicht sich an Gewicht,
Und ihre Masse zieht mich schwer hinab. –
Bedenket, was ihr tut. Es ist nicht wohlgetan,
Zum Führer den Verzweifelnden zu wählen.
Ihr reißt mich weg von meinem Glück, wohlan,
Der Rachegöttin weih ich eure Seelen!
Ihr habt gewählt zum eigenen Verderben,
Wer mit mir geht, der sei bereit zu sterben!

(Indem er sich nach dem Hintergrund wendet, entsteht eine rasche Bewegung unter den Kürassieren, sie umgeben und begleiten ihn in wildem Tumult. Wallenstein bleibt unbeweglich. Thekla sinkt in ihrer Mutter Arme. Der Vorhang fällt.)

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