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Schiller Ode »An die Freude« – Interpretation, Inhaltsangabe, Text, Videos

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Beethovens Vertonung der Ode

Bei der Vertonung der Ode »An die Freude«, die Ludwig van Beethoven immer schon beabsichtigte, nutzte er nicht das ganze Gedicht. Im letzten Satz seiner berühmten 9. Sinfonie hat er Passagen des Schillerschen Werkes vertont. Hierbei verwendet er die 1. und die 3. Strophe vollständig. Von den Strophen 2 und 4 nutzt Beethoven nur Teile. Der letzte Satz von Beethovens 9. Sinfonie gehört zu den bekanntesten musikalischen Werken Beethovens überhaupt. Er ist auch die offizielle Europa-Hymne, allerdings ohne den Text Schillers. Als man sich in Europa auf das Musikstück einigte, wollte man keine europäische Sprache bevorteilen.

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Kommentare

  1. Dieses Gedicht schrieb Schiller im Auftrag von Körner für eine Tempelarbeit (oder wahrscheinlich sogar Johannisfest) für die Freimaurerloge
    „Zu den drei Schwertern und Asträa zur grünenden Raute“ in Dresden, welche heute wieder existiert.
    Die Voraussetzung Freimaurer zu werden ist es „ein freier Mann von gutem Ruf“ zu sein.
    Deshalb konnte Körner die Zeile „Bettler werden Fürstenbrüder“ in dieser Art für den beabsichtigten Zweck nicht akzeptieren. (nichts gegen Bettler, aber sie hatten keinen guten Ruf)
    Deshalb die Änderung in „alle Menschen werden Brüder“.
    Ob Schiller selbst Freimaurer wurde (diffuse Hinweise gehen Richtung Rudolstadt) kann heute leider nicht mehr belegt werden.
    Ich vermute eher, dass er sich, umgeben von vielen Freimaurern, vielleicht auch wegen einzelner Exzesse (Anthroposophen, Illuminaten) mit seiner „Freimaurerarbeit“ nicht sehr wohl gefühlt hat und sie deshalb oftmals geändert oder verdrängt hat.

    1. Liebes Schwesterchen. Damals hat man einen beträchtlichen Teil der Menschheit nicht richtig ernst genommen. Oder anderes herum, die andere Hälfte hat sich einfach zu wichtig gemacht. Diese aufgeblasenen Frechlinge!

  2. Wer schickt das mal an Donald Trump? Könnte sein, dass er sogar bereit und in der Lage wäre, die Weihen Zeilen zu lesen. Aber bitte nicht in der englischen Fassung, die klingt so fürchterlich. Auch Horst Seehofer wäre ein durstiger Adressat.

    1. Götter sind für den Menschen unerreichbar. Mit diesem Vers der 6. Strophe beginnt Schiller, die Wirkungen der Freude zu beschreiben. Er beschreibt, dass man in der Freude den Göttern gleich wird und dass die Sorgen des Lebens in der Freude von den Menschen abfallen.

      1. das auch die Bösen ihrer Rosenspur folgen ist für mich fast die gleiche Metapher wie die Wollust für den Wurm.
        Darwinisten würden sagen: Freude als Ursache der Evolution.

        Und wenn der Cherub VOR Gott steht,
        dann wohl kaum wie gewohnt als Schutz mit dem Rücken zu ihm,
        auch nicht als sein Vorgesetzter
        und auch nicht als sein Angeklagter…
        Die Situation ähnelt mehr dem „Männerstolz VOR Königsthronen“
        zwar nicht bedrohlich für Gott, aber doch (schon fast Blasphemie) auf Augenhöhe –
        weil Freude das Beste ist was selbst ein Gott zu bieten hat und dabei werden Chef und Bodyguard zu vertrauten Freunden

    1. Die Zeit, in der Schiller „An die Freude“ schrieb, ist für Schiller eine Zeit des Übergangs. Er schrieb an seinem Don Carlos, der sich inhaltlich und – besonders – in der Form schon deutlich von den Sturm und Drang Dramen unterschied. Ebenso bearbeitete er seine „Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen“, einer philosophischen Schrift, mit der Schiller quasi auch in Richtung Klassik umschwenkte. So richtig begann seine klassische Schaffensperiode aber erst mit der Zusammenarbeit mit Goethe, und das war 1787.
      Eine Ode ist ja auch immer mit einem Gefühl von Überschwang verbunden und dazu gehört auch die Sprache dieser Ode. Doch deswegen das Gedicht gleich dem Sturm und Drang zuzuordnen, das wäre sicher verkehrt. Inhaltlich befasst sich das Gedicht mit dem (klassischen) Ideal eine Gesellschaft freier Menschen, in der die Freude das Bindeglied ist. So ist die Ode schon eher Schillers klassischer Schaffensperiode zuzuordnen.

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