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Die Räuber – Text: 3. Akt, 2. Szene

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SCHWEIZER. Hab ichs nicht gesagt?

KOSINSKY. Hölle, Tod und Teufel! da stands! man hatte ihr die Wahl gelassen, ob sie mich lieber sterben sehen, oder die Mätresse des Fürsten werden wollte. Im Kampf zwischen Ehre und Liebe entschied sie für das zweite, und Lachend. ich war gerettet.

SCHWEIZER. Was tatst du da?

KOSINSKY. Da stand ich, wie von tausend Donnern getroffen! – Blut! war mein erster Gedanke, Blut! mein letzter. Schaum auf dem Munde renn ich nach Haus, wähle mir einen dreispitzigen Degen, und damit in aller Jast in des Ministers Haus, denn nur er – er nur war der höllische Kuppler gewesen. Man muß mich von der Gasse bemerkt haben, denn wie ich hinauftrete, waren alle Zimmer verschlossen. Ich suche, ich frage: Er sei zum Fürsten gefahren, war die Antwort. Ich mache mich geradenwegs dahin, man wollte nichts von ihm wissen. Ich gehe zurück, sprenge die Türen ein, find ihn, wollte eben – aber da sprangen fünf bis sechs Bediente aus dem Hinterhalt, und entwanden mir den Degen.

SCHWEIZER stampft auf den Boden. Und er kriegte nichts, und du zogst leer ab?

KOSINSKY. Ich ward ergriffen, angeklagt, peinlich prozessiert, infam – merkts euch! – aus besonderer Gnade infam aus den Grenzen gejagt, meine Güter fielen als Präsent dem Minister zu, meine Amalia bleibt in den Klauen des Tigers, verseufzt und vertrauert ihr Leben, während daß meine Rache fasten, und sich unter das Joch des Despotismus krümmen muß.

SCHWEIZER aufstehend, seinen Degen wetzend. Das ist Wasser auf unsere Mühle, Hauptmann! Da gibts was anzuzünden!

MOOR der bisher in heftigen Bewegungen hin- und hergegangen, springt rasch auf, zu den Räubern. Ich muß sie sehen. – Auf! rafft zusammen – du bleibst, Kosinsky – packt eilig zusammen!

DIE RÄUBER. Wohin? Was?

MOOR. Wohin? wer fragt wohin? Heftig zu Schweizern. Verräter, du willst mich zurückhalten? Aber bei der Hoffnung des Himmels! –

SCHWEIZER. Verräter ich? – geh in die Hölle, ich folge dir!

MOOR fällt ihm um den Hals. Bruderherz! du folgst mir – sie weint, sie vertrauert ihr Leben. Auf! Hurtig! Alle! nach Franken! in acht Tagen müssen wir dort sein. Sie gehen ab.

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