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Friedrich Schiller »Nänie« – Text, Inhaltsangabe, Interpretation

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Inhalt und Interpretation

Das Gedicht beginnt mit der Klage, dass das Schöne, soviel Macht es auch besitzen mag, auf Erden vergehen muss. Schönheit und Kunst werden durch Schillers sehnsüchtige Klage verherrlicht. Zunächst beklagt sich der Dichter in mythologischen Bildern, dass die antike Welt unwiederbringlich vergangen ist: Da ist Orpheus, der seine Euridike nicht wieder aus der Unterwelt befreien konnte (Verse 2–4), Aphrodite sah ihren Geliebten Adonis verbluten, der vom eifersüchtigen, als Eber verwandelten Ares getötet wurde (V. 5+6). Sowohl bei Orpheus als auch bei Aphrodite konnte „die Liebe“ nichts gegen den Tod des Schönen anhaben. Und auch Thetis konnte ihren Sohn Achilles, eines der größten Helden der Griechen, nicht vor dem Tod bei Troja bewahren(V. 7+8). Er hatte sein „Schicksal“ selbst gewählt und zog ein kurzes, ruhmreiches Leben einem langen, ruhmlosen Leben vor.

Doch hier wendet sich das Gedicht zu einem pathetischen Triumphgesang auf die Kunst. Denn anders als das vergänglich Schöne, vermag die Kunst den Tod zu bändigen. In der Form des Gesanges wird das Vergangene zu neuem Leben erweckt: Ihren Schmerz über den Tod ihres Sohnes stimmt Thetis mit all ihren Schwestern ein Klagelied an (V. 9+10). Der Gesang bringt auch Götter und Göttinnen dazu, das vergangen Schöne zu beweinen (V. 11+12). Mit der Aufforderung „Siehe!“ fordert Schiller auch die Leser dazu auf, dass das Klagelied selbst die Götter in Trauer versetzt. Schiller folgt hier dem letzten, späteren Buch der Odyssee, wo Agamemnon in der Unterwelt dem Achilles von seiner Bestattung erzählt, Thetis sei mit den Meeresgöttinnen aus dem Meer unter furchtbarem Wehklagen aufgestiegen. Schiller lässt alle Götter und Göttinnen an der Klage teilnehmen, wie nach der Sage diese alle auch Geschenke zur Hochzeit von Peleus und Thetis brachten.

Im Gesang, im Klagelied, überdauert das Schöne in idealisierter Form, nur das Beliebige, das Allgemeine wird vergessen werden (V. 13+14).

In Nänie formuliert Schiller auf poetische Weise die klassische Kunstidee. Das Gedicht ist bei genauer Betrachtung eben kein Klagelied, das tiefe Emotionen zum Ausdruck bringen will, vielmehr ist es eine Reflexion über das Klagelied als Kunstwerk. In seinem Zentrum stehen Abstrakte Begriffe wie „das Schöne“, „die Liebe“, „das Vollkommene“ oder „das Gemeine“.

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Kommentare

    1. Danke für den Hinweis, doch steht hier Modaladverb und nicht Modalverb. Auch steht hier als Erweiterung eines Gedankens. Damit ist es ein modales Adverb.

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