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Friedrich Schiller »Nänie« – Text, Inhaltsangabe, Interpretation

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Aufbau

Nänie besitzt als Klagelied eine rhetorische Struktur. Es besteht aus drei Teilen: Lob, Klage und Trost.

  • Verse 1–8: Lob der vergangenen Schönheit, die Menschen und Götter bezwingen konnte. Auch die Helden der Antike konnten nicht vor der Vergänglichkeit bewahrt werden.
  • Verse 9–12: Die trauernde Klage erhebt sich im Gesang der Neiriden. Achilles wurde doch von den Göttern und Göttinnen beweint und der Untergang des Schönen in ihm betraut.
  • Verse 13 und 14: Trost und Erkenntnis, dass das Edle, das Schöne im Gesang in verwandelter, verherrlichter Form fortlebt.

Sprachliche Mittel

Nänie bezeichnet ein Trauerlied bei den Römern, das beim Leichenzug von den Hinterbliebenen zur Flöte gesungen wurde. Das Trauerlied, die Elegie, hält zugleich Gedächtnis und Nachruhm des Verstorbenen fest. Schillers Nänie bedient sich der antiken Form des Distichons, die aus einem Hexameter und Pentameter besteht. Die Bezeichnung des klassischen Pentameters als „fünf-hebiger Fuß“ ist ein wenig irreführend, weil es sich hierbei ebenfalls um ein sechs-hebiges daktylisches Versmaß handelt. Bei der deutschen Nachbildung des antiken Versmaßes treten sowohl Daktylen als auch Trochäen in den Versen auf, wie dies auch in Nänie zu beobachten ist. Die 14 Verse von Nänie bestehen aus sieben reimlosen Doppelversen. Die ungeraden Verse enden weiblich (klingend), die geraden enden männlich (Stumpf).

Den Lobgesang auf das Schöne beginnt Schiller mit einem Ausruf und dem Modaladverb „Auch“. Das Gedicht setzt damit einem Gedankengang seinen Abschluss, der dem Gedicht vorausgegangen ist. In den mythologischen Bildern folgt sodann eine dreifache Steigerung des Gedankens, dass das Schöne vergänglich ist. Alle drei Bilder beginnt Schiller mit „Nicht“. Damit formuliert er die Macht des Todes als unumstößliches Gesetz. Mit „Aber“ setzt die Klage ein und formulierte das Lied als Kontrapunkt. Das letzte Distichon formuliert die Erkenntnis der Reflexion und stellt mit dem beginnenden „Auch“ eine Parallel zu dem eingangs formulierten Gesetz her und erweitert dieses Gesetz.

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Kommentare

    1. Danke für den Hinweis, doch steht hier Modaladverb und nicht Modalverb. Auch steht hier als Erweiterung eines Gedankens. Damit ist es ein modales Adverb.

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