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Schiller »Der Taucher« – Text, Inhaltsangabe, Interpretation und Quelle

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Inhaltsangabe der Ballade nach Strophen

Schillers Ballade handelt von einem heldenmütigen Jüngling, der seiner auflodernden Liebe zur Königstochter wegen, erneut in das tosende Meer springt und mit dem Tod für seine Vermessenheit gestraft wird. Er hatte die Götter herausgefordert und verstößt hierdurch gegen seine eigene Warnung, die er dem König aussprach, die Götter solle man nicht herausfordern. Nun, bei seinem zweiten Sprung in die Charybdis ist ihm das Schicksal nicht mehr gnädig. Diese Geschichte erzählt Schiller in 27 Strophe zu je sechs Versen.

Strophen 1–3: Dreimalige Aufforderung des Königs

Der König fordert die anwesenden Ritter und Knappen drei Mal auf, den Sprung in die tosende Charybdis zu wagen. Sie stehen oberhalb des Strudels, in den der König einen goldenen Becher wirft, der dem Wagemutigen als Lohn diesen soll.

Strophe 4: Auftreten des Knappen

Alles bleibt stumm, kein Ritter will den Sprung in die Tiefe wagen. Da tritt der Jüngling mutig hervor und wirft seinen Gürtel und seinen Mantel ab. Von den Anwesenden wird er verwundert angeschaut.

Strophe 5–7: Der Knappe tritt an den Abgrund und schaut hinunter

Schiller beschreibt in diesen Strophen, was der wagemutige Jüngling sieht. „Und es wallet und siedet und brauset und zischt“ die Brandung. Als sich diese zurückzieht ist der Augenblick gekommen.

Strophe 8: Der Knappe springt in die Tiefe

Ehe die Brandung wiederkehrt und das Getöse erneut aufbegehrt, springt der Jüngling in die Tiefe. Ein Schrei des Entsetzens entfährt den Zuschauern des Ereignisses. Die See schließt sich über ihm, er ist nicht mehr zu sehen.

Strophen 9–11: Der ängstliche Wunsch nach seiner Wiederkehr

Während die Wasser immer mehr von der Charybdis eingesogen werden, sprechen die Umstehenden – wie im Chor der Tragödie – ihren ängstlichen Wunsch aus, der mutige Jüngling möge zurückkehren, den der König in die schreckliche Gefahr gelockt hatte. Da beginnt der Strudel sich wieder zu heben.

Strophen 12–13: Der Knappen kehrt zurück

Der Strudel wirft den Jüngling wieder aus. Den Becher hält der freudig winkend in der Hand. Er rettet sich an das Ufer.

Strophen 14–15: Der Knappe wird vor den König gebracht

Nachdem er sich von seiner Tat erholt hat, wobei das Gefolge einander frohlockend seine Rettung zuruft, wird er zum König gebracht. Kniend überreicht er diesem den Becher. Die Tochter schenkt dem Wagemutigen den Ehrenwein ein. Danach beginnt er mit seinem Bericht aus der Tiefe der Charybdis.

Die Strophen 16–22 umfassenden den Bericht des Knappen über seine Erlebnisse in der Tiefe.

Strophe 16: Einleitung des Berichts

Der Bericht wird durch die guten Wünsche des Jünglings für den König eingeleitet. Er erfreut sich des Lichtes und erinnert sich der fürchterlichen Tiefe. In der Strophe 16 spricht der Jüngling auch die Grundidee der Ballade aus, die Götter nicht in Versuchung zu bringen.

Strophen 17–18: Wie er den goldenen Becher fand

Der Jüngling schildert hier, dass er in die Tiefe gerissen wurde und dabei glücklich an ein Felsenriff verschlagen wurde, an dem er auch den Becher fand.

Strophen 19–20: Die schreckliche Tiefe

In diesen beiden Strophen schildert er den schrecklichen Anblick der bodenlosen, finsteren Tiefe, die sich unter ihm auftat. In der Tiefe sah er Stachelrochen, Haie und andere Meerungeheuer sich tummeln.

Strophen 21–22: Unerwartete Erlösung aus schrecklicher Lage

Da unten wurde er sich seiner ausweglosen Lage bewusst. Ein schrecklicher Oktopus nähert sich dem Jüngling und will nach ihm schnappen. Da lässt er die Koralle los, an der er sich festgehalten hatte, und wird vom Strudel wieder in die Höhe gezogen.

Strophen 23–24: Die erneute Bitte des Königs

Der König will durch einen noch höheren Preis den Jüngling zur Wiederholung seiner Tat bringen. Die Rede des Jünglings hat seine Wissbegierde über die Charybdis weiter angefacht. Die Königstochter bittet ihren Vater, den Knappen zu verschonen.

Strophen 25–26: Die Königstochter als Preis

Die Leidenschaft des Königs wird durch die Bitte seiner Tochter noch gesteigert. Er will seine Wissbegierde befriedigt wissen. Den Lohn für den Sprung in die Tiefe erhöht er nochmals und bietet ihm die Hand seiner Tochter. Der Jüngling, der sich von der wirklichen Liebe der Prinzessin überzeugt hat, wird hierdurch zur Wiederholung des vermessenen Sprungs verlockt.

Strophe 27: Der Knappe ist verschollen

So sehr man sich den Jüngling auch zurückwünscht, er bleibt verschwunden. Die Prinzessin blickt sehnsüchtig in die Tiefe.

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