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Friedrich Schiller »Die Teilung der Erde« – Text, Inhaltsangabe, Interpretation

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Idee und Inhalt

Während Zeus die Welt den Menschen gibt, damit sie sich unter sich teilen, versäumt der Dichter über seinem idealen Treiben, sich nach den Gütern der Erde umzusehen. Von den Gütern der Welt blieb ihm nichts. So mag der Dichter zwar diese Entbehrung oft als drückend empfinden, doch tröstet ihn durch Zeus‘ Beschwichtigung nun das Bewusstsein, dass ihm der Himmel offen steht, dass ihm die dichterische Begeisterung zu Seelengenüssen erhebt und ihm einen inneren Reichtum gewährt, wogegen Besitztümer und Freuden der anderen Sterblichen in tiefem Schatten stehen.

Dies kann aber allein nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Zentrum des Gedichtes eine bittere Klage des Poeten steht, denn sein Bauch füllt sich nicht allein von Seelengenüssen und innerem Reichtum. Er fühlt sich um seine Rechte an der Welt betrogen. Schiller hat dieses Los am eigenen Leib erfahren. Er war hoch verschuldet und auf der Flucht von der Gunst anderer abhängig. Er arbeitete schonungslos, um zu überleben, und brachte dabei seine Gesundheit in Gefahr. Von seinen schweren Erkrankungen sollte er nie wirklich kurieren. Und auch später musste er seinen Haushalt streng planen. In diesem Kontext muss das Gedicht, besonders in der 1. Fassung betrachtet werden, in der viel derber und unvermittelter gesprochen wird. Besonders kraftvoll spricht er hier in der dritten Strophe Kaufmann, Bauer (Fermier) und König an, die raffgierig die Welt an sich reißen.

Das Gedicht weist Parallelen auch mit der biblischen Geschichte von Jakob, Esau und Isaak auf (vgl. 1. Buch Mose/Genesis 25,27-34 sowie 27,1-45), in der Jakob durch Täuschung und List seinem Bruder das Erstgeburtsrecht streitig macht. Esau steht damit heimatloses Umherwandeln bevor. Zwar wird in der Bibel der verwerfliche Betrug Jakobs schonungslos offengelegt, doch ahndet Gott in diesem Fall das Vergehen nicht. Er lässt den Dingen ihren Lauf. Auch in unserem Gedicht lässt Zeus nach der ungerechten Aufteilung der Welt seinen Lauf.

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