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Friedrich Schiller »Das Eleusische Fest« – Text, Inhaltsangabe, Interpretation

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Inhalt und Idee

Schon früh setzte sich Schiller mit der Idee des Gedichtes auseinander, nämlich mit der Bildung des rohen Naturmenschen durch die Kunst. Diesen Gedanke hat er in einigen seiner Gedichte Ausdruck verliehen. Ebenso war ihm der Übergang des Menschen von dem Jäger- und Nomadenleben zum Ackerbau von Interesse, ein Vorgang, in dem ihm etwas göttlich Erhebendes lag. Deshalb tritt in dem Gedicht Ceres als die Hauptperson auf, in deren Brust göttliche und menschliche Gefühle gepaart erscheinen.

Der Mythos, dem das Gedicht zu Grunde liegt, ist folgender: Als Ceres auf der Erde umherirrte, um die Spur der geliebten Tochter Proserpina aufzunehmen, die in die Unterwelt entführt wurde, kam sie zu Keleus, dem Beherrscher von Eleusis, der sie gastlich aufnahm und ihr seinen Sohn Demophon zur Pflege übergab. Mit mütterlicher Sorgfalt behandelte sie den Knaben, gab ihm indes keine irdischen Speisen, sondern gab ihn am Tage Ambrosia, die Speise der Götter, und legte ihn des Nachts ins Feuer, um ihm das Sterbliche zu nehmen. Als die Mutter des Knaben sie hierbei belauschte, stieß dieselbe einen Schrei des Entsetzens aus. Da erschien ihr Ceres in göttlichem Glanz, ermahnte sie wegen ihres törichten Misstrauens und befahl, dass man ihr auf einem Berg bei der Stadt einen Tempel errichten solle, den sie fortan als Priesterin und als Lehrerin des Ackerbaus und anderer heiliger Gebräuche zu bewohnen habe. Dieser letzte Punkt bildet den Hauptinhalt des vorliegenden Gedichtes, dessen Inhalt Schiller frei gebildet hat.

Inhaltsangabe

  • Strophe 1: Die gegenseitige Aufforderung zum feierlichen freudigen Empfang der Ceres als der Gründerin des friedlichen bürgerlichen Lebens.
  • Strophe 2: Schilderung der rohen Sitten der Jäger- und Hirtenvölker
  • Strophen 3 und 4: Ceres kam eines Tages zu den Jägern, die noch die an ihrer Küste gestrandeten Menschen opferten. Da jammerte sie über die Menschheit, die sie überall im Elend gefunden hatte.
  • Strophen 5 und 6: Musste der Mensch so herunterkommen? Wenn keiner der Götter mit ihm Mitleid fühlt, so will ich, Ceres, trotz meines bitteren Schmerzes mich seiner annehmen.
  • Strophe 7: Ceres will dem Menschen bei der sittlichen Ausbildung verhelfen, indem sie ihn einen Bund mit der Erde schließen lässt, ihn zum Ackerbau bestimmt.
  • Strophe 8 und 9: Ceres zeigt sich dem wilden, beim Siegesmahl versammelten Jägervolk, das Blut zum Trinken ihr darreicht. Sie aber weist es zurück, indem sie erklärt, dass die Götter nur Feldfrüchte zum Opfer wünschen.
  • Strophen 10-12: Ceres lässt auf wunderbare Weise Früchte aus der Erde wachsen. Sie bittet den Zeus, durch Annahme des Fruchtopfers dem wilden Volk die Wahrheit ihrer Worte zu beweisen und es so zur Erkenntnis der Gottheit zu bringen und zum Glauben zu führen.
  • Strophen 13 und 14: Auf das Wunderzeichen des Zeus erkennen die Wilden Ceres als Göttin an, die wahre Ansicht der Dinge geht ihnen auf und sie horchen auf ihre Lehre.
  • Strophen 15 und 16: Alle Götter steigen nun zu den Sterblichen herab und verleihen ihnen ihre Gaben. Themis misst jedem sein Eigentum zu. Vulkan lehrt die Schmiedekunst und die Herstellung des Pfluges.
  • Strophen 17 und 18: Minerva ruft jetzt zum Mauerbau auf und grenzt mit dem Gott Terminus das Stadtgebiet ab.
  • Strophen 19 und 20: Das Holz zum Mauerbau wird gefällt, heran gebracht und bearbeitet.
  • Strophe 21: Neptun liefert die zum weiteren Mauerbau nötigen Felssteine und erhebt die Mauer.
  • Strophe 22: Die Tore der Stadt bauen Apollo und die Musen.
  • Strophe 23: Cybele vollendet die Tore. Und schon sind auch die Tempel erbaut.
  • Strophe 24: Juno schließt die erste Ehe: Alle Götter beschenken das junge Paar mit ihren Gaben.
  • Strophen 25 und 26: Jetzt erst ziehen alle, von den Göttern geleiteten, in die Stadt ein. Ceres verrichtet am Altar des Zeus das erste Opfer und spricht die hohe Bestimmung des Menschen aus, der nun in bürgerlichem Verband sein Glück und seine höchste Entwicklung finden soll.
  • Strophe 27: Wiederholung der gegenseitigen Aufforderung zum freudigen Empfang der einziehenden Königin (Strophe 1).
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