HomeInhaltsangabeDer Kampf mit dem Drachen (Ballade)

Friedrich Schiller »Der Kampf mit dem Drachen« – Text, Inhaltsangabe, Interpretation

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Aufbau der Ballade

  • Strophen 1–2: Einleitung. Der Siegeszug zum Kloster in Rhodos und die Bedeutung der verbrachten Heldentat.
  • Strophen 3 – 5, Vers 4: Der Großmeister beschuldigt den Drachentöter, die erste Pflicht des Ordens verletzt zu haben: des Gehorsams.
  • Strophen 5, Vers 5 – Strophe 21, Vers 12: Rechtfertigung des Ritters und Entwicklung seiner Tat
    • Strophe 5, Vers 5 – Strophe 8: Ich habe den Willen des Gesetzes zu erfüllen geglaubt, indem ich nicht, wie meine Vorgänger, mich auf meine Stärke allein verließ, sondern auch List zur Hilfe rief.
    • Strophen 9–13: Reise in die Heimat, wo er die Doggen abrichtet, und die Rückkehr, nach welcher es ihn nicht ruhen ließ.
    • Strophen 14–17: Sofort entschloss ich mich zur Tat. Ich reite mit meinen Knappen und Doggen zum Felsen, in dessen Kirchlein ich mich zum großen Werk weihe, schwinge mich dann aufs Ross, um dann das Unternehmen auszuführen.
    • Strophen 18–21: Kampf und Erlegung des Drachens
  • Strophe 22: Das Volk und die Ritter wetteifern im Lobpreisen auf die Heldentat, aber der Großmeister gebietet Schweigen.
  • Strophen 23–24: Der Großmeister erklärt ihn des Ordens für unwürdig, dessen erste Pflicht er mit Frevel verletzt habe.
  • Strophe 25: Der Ritter versöhnt durch seine strenge Unterwerfung das beleidigte Gesetz.

Inhaltsangabe

Begleitet vom jubelnden Volk zieht der siegreiche Ritter in Rhodos ein. Hinter ihm schleppt man den erlegten Drachen (Str. 1). Durch die Straßen ruft man laut das Glück, dass das Untier getötet wurde, und ehrt den Drachentöter. Gemeinsam ziehen sie zum Kloster des Johanniterordens, wo sich der Rat bereits versammelt hat (Str. 2). Der Ritter tritt bescheiden vor den Großmeister und berichtet, dass er den Drachen, der dem Land so viel Not auferlegt hatte, bezwungen habe (Str. 3). Der Großmeister aber blickt ihn streng an, würdigt zwar seinen Heldenmut, doch erinnert er ihn an die erste Pflicht des Ordens: des Gehorsams (Str. 4). Dagegen verstieß der Ritter, denn der Großmeister hatte den Kampf mit dem Drachen verboten. Der Ritter bitte um Gehör, denn er war sich sicher, das Gesetz nicht verletzt zu haben. Denn anders als seine Vorgänger wandte er auch List an (Str. 5).

Fünf Ordensritter waren bereits im Kampf mit dem Drachen gefallen, erzählt der Ritter, als der Großmeister das Verbot aussprach. Ihn aber quälte der Unmut über neue Plagen, sodass er beschloss, selbst den Kampf mit dem Drachen zu wagen (Str. 6). Der Ritter würdigt die Ritterehre und den Heldenmut seiner Vorfahren. Mut muss sich mit Weisheit paaren, Kraft mit List. Daher legte er sich bei dem Ungeheuer auf die Lauer, um dessen Schwachpunkt zu ergründen. Er fand sie heraus und fasste einen Plan (Str. 7 +8).

Beim Großmeister erbat er, in die Heimat ziehen zu dürfen. So fuhr er übers Meer nach Hause, wo er sich von einem Künstler eine Nachbildung des Drachens nach seiner Beschreibung anfertigen ließ (Str. 9 + 10). Danach begann er, zwei ausgewählte Doggen für den Kampf mit dem Drachen abzurichten (Str. 11). Die Doggen sollen das Untier am ungeschützten Bauch angreifen, während der Ritter hoch zu Ross den Kampf mit dem Drachen aufnimmt, so sein Plan (Str. 12). Nachdem er die Doggen abgerichtet und den Kampf ausgiebig geprobt hatte, begab sich der Ritter zurück nach Rhodos. Vor drei Tagen war dies geschehen (Str. 13).

Gleich nach seiner Ankunft macht er sich auf den Weg, das Untier zu bekämpfen. Er unterrichtet seine Knappen und ritt, begleitet von den Doggen, sogleich voran (Str. 14). Zunächst begab er sich in eine kleine Kapelle, die sich auf einem felsigen Berg befand (Str. 15). Am Fuße des Berges, von einem Moor umgeben, befindet sich die dunkle Höhle des Ungeheuers. Pilger, die zur Kapelle wollten, wurden hier von dem Drachen hinterhältig überrascht (Str. 16). Der Ritter ging in die Kapelle, um zu beten. Danach rüstete er sich und schwang sich auf sein Pferd (Str. 17). In der Ebene begegnet er sogleich dem Drachen. Seine Doggen bellen und sein Pferd scheut, als der Drachen sein scheußliches Maul aufsperrt (Str. 18). Mutig warf er seinen Speer nach dem Scheusal, doch prallte der einfach von seinem Schuppenpanzer ab. Als er einen weiteren Wurf wagen möchte, scheut sein Pferd und springt zurück (Str. 19). Da sprang er vom Pferd und wollte den Drachen mit seinem Schwert erlegen. Doch konnte er dem Untier damit nichts anhaben. Doch seine Doggen warfen sich mit wütenden Bissen an den Bauch des Untiers, das voller Schmerz zu heulen begann (Str. 20). Der Ritter sieht seine Chance und sticht mit seinem Schwert an einer ungeschützten Stelle zu. Er trifft den Drachen tödlich, der fällt und den Ritter unter sich begräbt. Als er aus der Ohnmacht erwachte, sah er seine Knappe und das getötete Tier (Str. 21).

Unter den Zuhörern im Kloster brandet Beifall auf. Die Ordensritter feiern ihren Helden, als der Großmeister zum Schweigen gebietet (Str. 22). Denn schlimmer als der Drache, so der Meister, ist der Ungehorsam. Als Feind des Ordens kehrt er zurück, weil er seine Gebote missachtet hat (Str. 23). Den eigenen Willen zu bändigen, ist das oberste Gebot eines Christen. Für seinen Verstoß verstößt ihn nun der Großmeister aus dem Orden (Str. 24). Die Menge ist entrüstet, die Ordensbrüder flehen um Gnade, doch der jugendliche Ritter nimmt das Urteil des Großmeisters voller Demut an und geht. Da ruft ihn der Meister zurück. Mit seiner Demut hat er das beleidigte Gesetz versöhnt. So nimmt ihn der Meister wieder in den Orden auf (Str. 25).

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