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Friedrich Schiller »Der Kampf mit dem Drachen« – Text, Inhaltsangabe, Interpretation

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Sprachliche Mittel

Der Ausdruck in der Ballade ist kräftig, bezeichnend und oft malerisch, doch fließt er in epischer und lebhafter Breite daher, da der größte Teil des Gedichtes episch schildert, ein anderer, ebenfalls bedeutender, der Entwicklung von Ansichten und Grundsätzen gewidmet ist. Auch das Versmaß entspricht diesem Charakter. Denn die zwölf Verse lange Strophe beginnt mit vier abwechselnd männlichen (stumpfen) und weiblichen (klingenden) Paarreimen und geht erst zuletzt in ein 4-versiges System aus Kreuzreimen über, bei denen gleichfalls der männlich (stumpf) auslautende Vers dem weiblichen (klingenden) vorantritt. Das gesamte Reimsystem sieht folgendermaßen aus: a-a-b-b-c-c-d-d-e-f-e-f.

Alle Verse sind 4-hebige Jamben, wodurch die epische Behaglichkeit eine gewisse Lebhaftigkeit erhält. Ähnlicher Art ist das Versmaß der Kraniche des Ibykus. Körner fand die Länge der Strophen, verbunden mit der Kürze der Zeilen, sehr passend zum einfach feierlichen Gang der Erzählung, die ohne äußeren Pomp mit ruhigem Ernst einherschreite.

Die Reime sind meist sehr gewählt, einzelne kehren dabei zwei oder dreimal wieder: Orden worden, Pflicht spricht, Tross Ross, Abenteuer Ungeheuer, Blick zurück (und Blicke zurücke). Auch steht in den Strophen vier und zwölf dasselbe Reimwort wie in den Versen 5 und 11. Die vollen Formen auf et in der dritten Person des Zeitwortes und im Partizip kommen etwas zu häufig vor. Auch an unreinen Reimen fehlt es nicht. So finden sich, um i ü zu übergehen, Reihn dräun, Läufen greifen, Leun befrein, Götter Retter, Höhe Nähe, hin Sinn, Joch hoch, verödet getötet, Ross bloß, Blöße Gekröse, steigt erreicht.

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