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Kabale und Liebe – 5. Akt, 8. Szene

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PRÄSIDENT hält ihn. Du wirst doch nicht, Rasender?

WURM klopft ihn auf die Schultern. Ich werde, Kamerad! Ich werde – Rasend bin ich, das ist wahr – das ist dein Werk – so will ich auch jetzt handeln wie ein Rasender – Arm in Arm mit dir zum Blutgerüst! Arm in Arm mit dir zur Hölle! Es soll mich kitzeln, Bube, mit dir verdammt zu sein! Er wird abgeführt.

MILLER der die ganze Zeit über, den Kopf in Luisens Schoß gesunken, in stummem Schmerze gelegen hat, steht schnell auf und wirft dem Major die Börse vor die Füße. Giftmischer! Behalt dein verfluchtes Gold! – Wolltest du mir mein Kind damit abkaufen? Er stürzt aus dem Zimmer.

FERDINAND mit brechender Stimme. Geht ihm nach! Er verzweifelt – Das Geld hier soll man ihm retten – Es ist meine fürchterliche Erkenntlichkeit. Luise – Luise – Ich komme – – Lebt wohl – – Laßt mich an diesem Altar verscheiden –

PRÄSIDENT aus einer dumpfen Betäubung, zu seinem Sohn. Sohn Ferdinand! Soll kein Blick mehr auf einen zerschmetterten Vater fallen? Der Major wird neben Luisen niedergelassen.

FERDINAND. Gott dem Erbarmenden gehört dieser letzte.

PRÄSIDENT in der schrecklichsten Qual vor ihm niederfallend. Geschöpf und Schöpfer verlassen mich – Soll kein Blick mehr zu meiner letzten Erquickung fallen?

FERDINAND reicht ihm seine sterbende Hand.

PRÄSIDENT steht schnell auf. Er vergab mir! Zu den andern. Jetzt euer Gefangener!

Er geht ab, Gerichtsdiener folgen ihm, der Vorhang fällt.

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