HomeInhaltsangabeKlage der Ceres

Klage der Ceres – Inhaltsangabe und Text der Ballade

Seite 2 von 4
Bewertung:
(Stimmen: 17 Durchschnitt: 4.6)

Entstehung und Idee des Gedichts »Klage der Ceres«

Schon am 6. Juni 1796 hatte Schiller das Gedicht begonnen, am 10. Juni war es schon in der Druckerei. Im Korrekturbogen wurde es auch Goethe mitgeteilt. Noch vor dem Balladenjahr versucht er sich in diesem Gedicht auf dem Gebiet der Ballade. Als Grundlage nutzte er die alte Mythe über die römische Göttin Ceres.

Ceres bittet Jupiter sehnsüchtig, ihre Tochter möge nur eine gewisse Zeit des Jahres in der Unterwelt, den Rest aber unter den Göttern – bei der Mutter – weilen. Der Gott der Unterwelt hatte sie geraubt, wo sie nun gefangen ist. Schiller setzt diese Geschichte jedoch anders um. Er lässt Ceres gar nicht ihre Tochter von Zeus (Jupiter) zurückfordern. Schiller übergeht, dass dieser die Befreiung der Proserpina aus der Unterwelt gestattet. Vielmehr gibt die Göttin bei Schiller alle Hoffnung ganz auf, die Tochter jemals wieder zu erblicken. Sie versucht sich aber, eine Verbindung mit der Tochter in die Unterwelt zu schaffen. Indem sie einen Blumensamen in die Erde legt und diesem ihre Liebe zur Tochter anvertraut, soll die Blume zur Tochter der Ceres „emporwachsen“. Die Pracht der Blumen tritt also hier als Wirkung innigster Mutterliebe hervor. Daneben tritt der Gedanke, dass die Blumen zugleich von der Erde und der Luft genährt werden, mehr zurück. Der Dichter nimmt an, dass seit jener Zeit, wo die Blumen als Boten zwischen Mutter und Tochter gelten, diese sie noch prächtiger geschmückt habe.

Goethe fand das Gedicht gut geraten. Die Gegenwart und die Allegorie, die Einbildungskraft und die Empfindung, das Bedeutende und die Deutung schlängeln sich schön ineinander, urteilte er. Es spreche sich hier die Sehnsucht einer Göttin aus. Weibliche Hoheit atme in der ganzen Ballade. Der sprechenden Person sei es ein Bedürfnis, ihre Gefühle zu äußern. Und indem dies mit Würde und Anmut geschehe, entstehe ein Gedicht. Die Göttin kämpfe gegen den Schmerz mit holder Weiblichkeit an und besiege ihn durch ihre Schöpfung.

Dieser Beitrag besteht aus 4 Seiten:

Sag was oder frag was!