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Wallensteins Tod – Zusammenfassung & Inhaltsangabe zu Schillers 3. Teil seines »Wallenstein«

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Inhalt im 4. Akt

Mit dem vierten Aufzug beginnt (vergl. T. III, 23) der vierte Tag der Handlung, so dass der Dichter annimmt, der Marsch von Pilsen nach Eger (der am 23. und 24. Februar gemacht wurde) sei an einem Tag zurückgelegt worden. Wir befinden uns in dem Haus des Bürgermeisters von Eger und erblicken zunächst Buttler, der in einem Monolog Wallensteins Schicksal prophezeit, sein eigenes Vorhaben dagegen zu beschönigen versucht. Hierauf erscheint Gordon, der Kommandant von Eger, von Geburt ein Schotte, daher (T. III, 23) als Buttlers Freund und Landsmann bezeichnet. Der Dichter teilt ihm zugleich die Rolle eines Jugendfreundes Wallensteins zu, dem er im Herzen treu geblieben ist, obwohl er eine vom Heer isolierte Stellung eingenommen hat. Ohne über die Vorgänge in Pilsen unterrichtet zu sein, hat er nur einen kaiserlichen Brief empfangen, der ihm befiehlt, sich Buttlers Anordnungen zu fügen. Von diesem wird er nun in das Nähere über Wallensteins Verrat eingeführt. Da die Schweden im Anmarsch sind, muss Wallensteins Vereinigung mit denselben verhindert werden. Wallenstein selber sollen gefangen genommen und, wenn es nicht anders geht, die kaiserliche Acht vollstreckt werden. Indem Gordon zögert, die Hand hierzu zu bieten, erscheint Wallenstein mit dem Bürgermeister, erkundigt sich bei diesem nach den Verhältnissen der Stadt, bei jenem nach den militärischen Angelegenheiten. Er befiehlt Buttler, die den Schweden entgegenstehenden Posten zurückzuziehen. Dieser Befehl ist umso bedeutungsvoller als Terzky berichtet, ein schwedisches Corps habe über kaiserliche Truppen gesiegt. Hierüber berichtet Illo noch ausführlicher, denn Max sei mit seiner gesamten Reiterei im Kampf gefallen. Wallenstein will fort, um den Boten, der die Nachricht gebracht hat, selber zu hören. In demselben Augenblick aber stürzt die Neubrunn Hilfe rufend ins Zimmer. Er eilt also zunächst zu seiner Tochter.

Buttler und Gordon bleiben jetzt allein zurück. Die eingegangene Nachricht hat die Gefahr gesteigert. Die siegreichen Schweden können den Herzog leicht befreien. Er ist also nicht länger zu bewachen. Buttler erklärt daher, dass er ihn ermorden will. Es entspinnt sich ein heftiger Wortwechsel zwischen beiden. Dem Hass und der Leidenschaft gegenüber vertritt Gordon den Standpunkt des Rechts und der Milde. Da er sich aber nicht traut, für die Folgen einzustehen, muss er Buttler gewähren lassen. Zu allem Unheil kommen nun auch Terzky und Illo zurück. Jener verkündet mit triumphierender Miene, dass am nächsten Morgen die Schweden einziehen werden. Der andere deutet an, dass die erfreuliche Wendung der Dinge nun für den Herzog eintreten wird. Der König Ferdinand von Ungarn ist in der Kriegführung noch völlig unerfahren und der sorglose Gallas verstünde es nur, ein Heer zu ruinieren. Beide Generäle sind also von den besten Hoffnungen beseelt. In fast übermütiger Weise erteilt Illo dem Gordon die weiteren Befehle. Buttler und Gordon bleiben jetzt nochmals allein. Der letztere macht einen wiederholten Versuch, Buttler von seinem entsetzlichen Vorhaben zurückzuhalten. In rührender Weise hebt er alle guten Eigenschaften Wallensteins hervor, aber vergeblich. Der Sieg der Schweden hat entschieden. Das unglückselige Verhängnis naht.

Die sechs letzten Auftritte führen uns in Wallensteins Familie. Thekla hat den unglücklichen Tod von Max Piccolomini erfahren. Ihr Herz drängt sie, die näheren Umstände zu wissen. Sie muss jetzt den schwedischen Kurier allein sprechen. Sein Erscheinen ist uns nicht nur um Theklas willen von Bedeutung, sondern gleichzeitig erfahren wir durch ihn, wie sich die Lage der Dinge inzwischen weiterentwickelt hat. Es wird uns der Sieg der Schweden zu lebendiger Anschauung gebracht. Aber neben der letzten Hoffnung, die dem Helden des Dramas winkt, sehen wir ihn gleichzeitig von einem schweren Verlust bedroht. Theklas Forschen nach der Stätte, wo Max seinen letzten Ruheplatz gefunden hat, die Eröffnungen, die sie der Neubrunn macht, und der Monolog, der uns an das Gedicht „Thekla, eine Geisterstimme“ erinnert – sie erfüllen unsere Seele mit düsteren Ahnungen. Und als nun auch Rosenberg auf ihr Verlangen bereitwillig eingeht, sehen wir, das Schicksal der unglücklichen Tochter Friedlands ist entschieden und der kurze und schnelle Abschied von ihrer Mutter, es ist ein Abschied für immer.

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Kommentare

  1. Was mag der Grund dafür sein, dass Schiller die eigentliche Mordszene nicht vorführt, nur indirekt erfahren wir vom Tod Wallensteins in der Nacht?

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