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Maria Stuart

Schillers Drama Maria Stuart wurde am 14. Juni 1800 im Hoftheater in Weimarer erstmals aufgeführt. Das Trauerspiel in fünf Akten ist ein Werk der Weimarer Klassik. Im April 1799 begann er mit dem Quellenstudium, der Stoff hatte ihn aber bereits 1783 beschäftigt. Inhaltlich setzt sich Schiller mit der historischen Geschichte von der schottischen Königin Maria Stuart auseinander, die nach der Ermordung ihres Mannes und einem verlorenen Krieg fliehen muss und ins Exil nach England geht. Hier sucht sie Schutz bei Elisabeth I. Mit dieser besteht jedoch ein fortwährender Konflikt, denn Maria hat auch Anspruch auf den englischen Thron. Einen Vertrag zum Verzicht auf den Thron unterzeichnet sie nicht. Maria wird bezichtigt, sich an der Planung eines Attentats auf die englische Königin beteiligt zu haben und wird 1587 wegen Hochverrats hingerichtet.

Maria Stuart, Königin von Schottland, um 1575. Schiller greift in seinem Drama die Geschichte der schottischen König, die 1568 nach der Ermordung ihres Mannes fliehen musste und sich von der englischen Königin Elisabeth I. Hilfe erhofft, auf.Schiller bringt in dem Stück seine Unzufriedenheit mit dem Umschlag der Französischen Revolution zu einer Schreckensherrschaft zum Ausdruck. In dem Charakter der Elisabeth I. schafft er eine Person, deren Handlungen ausschließlich politisch motiviert sind ohne jeglich Empfindung. Ein Mensch, der dazu verdammt ist, ein Leben im Schein zu führen, ohne Freiheit, ohne Glück und letztlich ohne Moral. Maria Stuart ist Schillers Gegenentwurf – ein selbstbestimmter, freier Mensch.

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