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Schiller an Wilhelm v. Wolzogen, 6. September 1804

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Weimar 6. Sept. [Donnerstag] 1804.

Der Antheil den Du an meinem Unfall genommen, lieber Alter, hat mich innig gerührt. Es wäre freilich sehr traurig für mich gewesen, so über Hals und Kopf davon zu müssen, da ich wirklich noch ganz leidliche Freude am Leben habe. Ob ich indessen gleich seit 6 Wochen von der Krankheit frei bin, so wollen doch die Kräfte sich nicht recht einstellen und ich spüre kaum einen Fortschritt der Erhohlung. Besonders ist der Kopf angegriffen, und die wenigen Zeilen die ich schreibe, werden mir schon sauer.

Mit herzlichem Verlangen sehen wir Deiner Zurückkunft entgegen und freuen uns des so glücklich beendigten Geschäftes.

Was Du von den Äußerungen des Antheils schreibst, den die Kaiserin und Großfürstin an mir genommen, hat mich sehr erfreut und getröstet. So darf ich hoffen, daß ich für unsre künftige Fürstin doch keine ganz unbekannte Person mehr bin. Möchte ich die Aufmerksamkeit und Theilnahme auch künftig verdienen und erhalten.

Alles ist wohl bei uns und empfiehlt sich Dir aufs Beste. Alles freut sich Dich in 6 Wochen wieder zu haben, und niemand mehr als Dein treuer Freund

S.