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»Kabale und Liebe« von Friedrich Schiller – Zusammenfassung und Inhaltangaben

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Bewertung:
(Stimmen: 741 Durchschnitt: 4.2)

Fünfter Akt

Der fünfte Akt erinnert uns an den Anfang des Stückes, indem uns Schiller wieder in dasselbe Zimmer führt, in dem wir die Familie Millers kennengelernt haben.

1. Szene – Im Haus von Miller

Luise ist jetzt allein, ein mattes Dämmerlicht umhüllt ihre Gestalt, Gedanken des Selbstmords ziehen durch ihre Seele. Aber sie möchte nicht allein sterben, ihr Ferdinand wird sie in dieser schweren Stunde nicht verlassen, denkt sie. Jetzt kommt ihr Vater. Er ahnt, dass ein Unglück geschehen ist. Luise spielt auf den Tod an. Einen Brief an Ferdinand hat sie schon geschrieben. Ihr Vater soll ihn ihr zu Ferdinand bringen. Es ist eine schwere Aufgabe, noch dazu heute, an seinem 60. Geburtstag. Vater Miller will den Inhalt des Briefes wissen. Er bricht ihn auf und erfährt das Entsetzlichste, was ein Vaterherz erfahren kann. Es ist ein Abschiedsbrief. Miller mahnt Luise an ihre Kindesliebe und an das göttliche Gericht. Miller nennt ihren Tod einen Stich in sein Herz und beschwört sie, das Heil ihrer unsterblichen Seele zu bedenken. Sie kämpft einen furchtbaren inneren Kampf. Schließlich zerreißt sie den Brief und will mit ihrem Vater fliehen.

2. Szene

Aber es ist zu spät für eine Flucht, Ferdinand tritt herein. Luise fühlt, dass sie verloren ist. Miller bittet Ferdinand, er möge fliehen, aber er hat ja Wichtiges zu berichten. Luise muss wissen, dass Lady Milford geflohen ist, dass der Präsident von Walter in die Wahl seines Sohnes nun einwilligt, dass jetzt alle Hindernisse, die der Verbindung von seiner Seite her im Wege standen, beseitigt sind. Jetzt ist nur noch die Frage zu klären, ob von Luises Seite nichts geschehen ist, was dem Bund der Herzen trennt. Ferdinand wirft Luise den Brief an den Hofmarschall zu und fragt, ob sie diesen geschrieben hätte. Nach schwerem, innerem Kampf bejaht sie es und bittet Ferdinand, sie zu verlassen. Jetzt verwandelt sich Ferdinands Eifersucht in Hass. Er bittet um eine Limonade, die beiden zum Verhängnis werden soll.

3. Szene

Ferdinand und Miller bleiben kurz allein, während Luise die Limonade besorgt. Es ist eine rührende Szene. Sie erinnern sich an glückliche Zeiten. Ehe der entscheidende Streich fällt, bringt sie eine unheilvolle Ruhe mit sich.

4. Szene

In einem kurzen Monolog ringt Ferdinand mit sich, ob er auch ein Recht hat, dem Vater seine einzige Tochter zu rauben. Doch Ferdinand ist zu geblendet von seinem Hass: „Und ich verdiene noch Dank, daß ich die Natter zertrete, ehe sie auch noch den Vater verwundet.“ Sein Entschluss, Luise ums Leben zu bringen, steht nun endgültig fest.

5. Szene

Den Vater bezahlt Ferdinand nun – angeblich – für seine Dienste als Musiklehrer, während er ihn mahnt, dass auch Luise nicht unsterblich sei. Doch gibt er dem Miller gleich ein ganzes Säckchen voller Goldstücke. Miller ist aufgebracht wegen des vielen Geldes, das er nicht anzunehmen gedenkt. Insgeheim will Ferdinand auch „den drei Monate langen glücklichen Traum“ mit Luise begleichen. Auf das Nachfragen Millers hin, löst er seine Bande zu Luise. Der Vater beginnt nun zu träumen, wie er das Geld für die Bildung von Luise anlegen möchte.

6. Szene

Als Luise mit der Limonade eintritt, bittet Ferdinand Miller, ihm einen Brief an den Präsidenten zu bringen. Während Luise ihrem Vater hinaus leuchtet, schüttet Ferdinand das Gift in die Limonade.

7. Szene

Friedrich Schiller: "Kabale und Liebe", 5. Akt 7. Szene: Ferdinand reicht Luise die vergiftete Limonade.

Friedrich Schiller: „Kabale und Liebe“, 5. Akt 7. Szene: Ferdinand reicht Luise die vergiftete Limonade.

Nachdem Luise zurückgekehrt ist, gibt es mit ihr eine peinliche Szene. Ferdinand steht stumm in sich gekehrt da. Voller Trotz ist er. Während ihm sonst jeder Blick seiner Luise eine Seligkeit war, beachtet er jetzt keines ihrer Worte, beachtet keine ihrer Fragen, bis er sich in verschiedenen zynischen Äußerungen ergeht. Nun lässt er Luise von der Limonade trinken. Bei Luise bricht das volle Liebesglück wieder hervor, doch Ferdinand ergeht sich in frevelhafte Äußerungen über das schlechte Herz, an das er bei ihr geraten sei. Luise wird auf eine fürchterliche Probe gestellt.

Endlich richtet Ferdinand die wiederholte Frage an sie, ob sie den Hofmarschall geliebt habe. Aber erst als er ihr den Tod ankündigt, beteuert sie ihm, dass sie unschuldig sterbe, dass der Brief erzwungen sei. Mit dem Gebet, Gott möge ihm und seinem Vater vergeben, stirbt sie. Dass Ferdinand eine Unschuldige getötet hat, das ist seine härteste Strafe. Auch er trinkt die vergiftete Limonade und vollendet damit den von ihm längst geplanten Selbstmord.

8. Szene

Die letzte Szene führt den Präsidenten an Luises Leiche, um ihm die Frucht seiner Intrige zu zeigen. Ferdinand begrüßt seinen Vater als Mörder. Schaudernd an das göttliche Gericht erinnert, wälzt Präsident von Walter jetzt die ganze Schuld auf Wurm ab. Wurm ist voller Verärgerung über das Misslingen seines Planes. Er will aber nicht das alleinige Opfer gemeinsamer Schuld sein, sondern zieht den Präsidenten mit in den Abgrund. Nur vom sterbenden Ferdinand erlangt er noch ein Zeichen der Vergebung, während der unglückliche Miller voll Verzweiflung aus dem Zimmer stürzt.

So endet das Stück mit einer furchtbaren Dissonanz, denn wenn auch die Liebe ihre Macht über die Kabale mit dem Tod besiegelt, kommt es doch nicht dazu, dass die Väter der unglücklich Liebenden sich wie in Shakespeares „Romeo und Julia“ die Hände reichen. Die Versöhnung der einander feindlichen Stände sollte einer späteren Zeit vorbehalten bleiben, wo die künstlich gezogenen Schranken zusammenstürzten, wo die Natur wieder in ihre Rechte trat und die Menschenliebe als solche den Sieg errang.

Dieser Beitrag besteht aus 6 Seiten:

Kommentare

  1. Ich wurde ebenfalls von meiner Schule gezwungen dieses Buch zu lesen. Habe es nicht gemacht, weil ich mich auf den Inhalt nicht konzentrieren konnte und es langweilig finde. Diese Zusammenfassung hat mir das Wesentliche verdeutlicht. Ich bin sehr dankbar, dass ich diesen Beitrag gefunden habe, da ich morgen eine Deutsch-Arbeit über dieses Buch schreiben werde. Wünscht mir Glück 😉

  2. ich werde von der schule gezwungen das buch zu lesen, hab drauf gepfiffen und die Zusammenfassung hier gelesen:-) wieso in 132 Seiten beschreiben, wenn’s doch viel kürzer auch geht. ich hab mir bei der 1. Seite gedacht: die Kurzfassung, bitte.

    1. Ferdinand ist sehr besitzergreifend und will deshalb, dass niemand seine Luise haben kann außer ihm. Vermutlich vergiftet er deswegen sich selbst und Luise, damit sie die Reise nach dem Tod gemeinsam antreten können.

    2. Da Schiller Ferdinands Charakter so gestaltete (impulsiv, unbeherrscht etc.), so dass er am ende nur voller Eifersucht sie umbringt. Statt sich zu gewissern, ob der Brief tatsächlich ihres sei

  3. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber:

    „Als er begreift, dass er eine Unschuldige getötet hat, vergiftet er sich schließlich selbst.“

    stimmt nur so halb.
    Ferdinand sagt bereits im 5. Akt 7. Szene, bevor er die Wahrheit über den Brief erfährt:

    „(…) aber sei ruhig. Wir machen die Reise zusammen.“

    Er Möchte sich anscheinend mit Luise in den Tod reißen.

    Es wird zwar nach Luises Tod nochmal herausgestellt, dass er sich vergiftet, doch hat er meinem Verständnis nach schon vorher vorgehabt dies zu tun und wundert sich sogar, dass er noch gar nichts von dem Gift spürt.

    1. ja allerdings hat er behauptet er merke die wirkung des giftes nicht da er zu wenig zu sich genommen hat weshalb er dann mehr davon trinkt um ebenfalls zu sterben

    2. wenn ich mich recht erinnere hat er schon vor Luise einen Schluck des vergifteten Getränks genommen und sie danach „gezwungen“ auch davon zu trinken

  4. Wirklich sehr gute Zusammenfassung und Inhaltsangabe. Ich habe das Buch zwar gelesen, aber wenig Verstanden – zum Teil auch weil ich mich nicht auf den komplizierten Text konzentrieren konnte. Die Zusammenfassung der einzelnen Szenen hat aber sehr viel verdeutlicht. Dankeschön!

    1. kabale sind intrigen (=Arglistigkeit, Gemeinheit, Heimtücke, Hinterhältigkeit, Hinterlist, Machenschaften) z.b von Wurm mit dem gefälschten Liebesbrief an Kalb

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