HomeInhaltsangabeDie Räuber

»Die Räuber« von Friedrich Schiller – Zusammenfassung und Inhaltsangabe zum Drama

Seite 2 von 5
Bewertung:
(Stimmen: 760 Durchschnitt: 3.9)

Kurze Zusammenfassung & Inhaltsangabe der Handlung in »Die Räuber«

Graf Maximilian von Moor hat zwei Söhne, die ungleicher nicht seien können: Auf der einen Seite ist Franz Moor, der in seiner Kindheit vernachlässigt wurde. Er ist kalt berechnend und intrigant. Als Zweitgeborener hat er kein Anrecht auf das Erbe seines Vaters. Auf der anderen Seite ist der erstgeborene, von seinem Vater innig geliebte Sohn Karl. Karl Moor führt in Leipzig ein ungezügeltes Studentenleben. Er macht Schulden und lebt leichtsinnig in den Tag hinein. Seinem Vater schreibt er einen Brief mit der Bitte um Vergebung und gelobt ihm Besserung.

Der Brief kommt in die Hände seines eifersüchtigen Bruders. Franz Moor ist ein heuchlerischer Bösewicht. Durch einen gefälschten Brief will er seinen älteren Bruder um die Liebe des Vaters und um die ihm rechtmäßig zustehende Herrschaft bringen will. Den falschen Brief liest Franz seinem Vater vor. Von einem angeblichen Korrespondenten aus Leipzig verfasst, berichtet dieser, Karl sei ein Schänder von Frauen, ein Mörder und Bandit. Sein Vater ist derart entsetzt, dass er Karl verstößt und enterbt. Die Antwort an seinen Sohn überlässt er seinem Sohn Franz. So hat dieser das Heft der Waffe in seinen Händen, mit welcher er den vernichtenden Streich gegen seinen Bruder zu führen gedenkt.

Auch von Amalias Herz will er von Karl losreißen, um sie für sich selbst zu besitzen. Bei ihr ist Franz mit seinen Verdächtigungen und Verleumdungen weniger erfolgreich. Denn Amalia gelobt sich, ihrem geliebten Karl treu zu bleiben.

Karl ist nach der Antwort seines Vaters so verzweifelt, dass er eine Räuberbande gründet und deren Hauptmann wird. Als Räuber setzt sich Karl Moor für die Schwächeren ein. In der Gruppe keimen jedoch Spannungen auf. Während Karl bei seinen Taten  von seinen Idealen geleitet wird, raubt, mordet und schändet die Räuberbande und allen voran der Räuber Moritz Spiegelberg aus reinem Vergnügen. Die Bande und mit ihr Karl verstrickt sich immer tiefer in Unrecht und Gewalt. Eine Rückkehr Karls in ein normales geordnetes Leben wird zunehmend verbaut. Schließlich kommen auch Unschuldige ums Leben. Als Karl von dem neuen Bandenmitglied Kosinsky an sein Vaterhaus und an seine Braut Amalia erinnert wird, kehrt er inkognito zurück.

Franz Moor – der intrigante Bruder von Karl ist besitzergreifend und will seine nächsten vernichten.

Franz Moor – der intrigante Bruder von Karl ist besitzergreifend und will seine Nächsten vernichten.

Durch die Verbreitung weiterer Lügen über Karl ist es Franz mittlerweile gelungen, seinem Vater das Herz zu brechen. Der machtbesessene Franz will der neue Herr des Hauses werden. Verliebt in Amalia will er auch sie für sich gewinnen und alles an sich reißen, was Karl heilig war. Im Schloss erfährt der verkleidete Karl über die intriganten Geschehnisse. Er erfährt auch, dass Amalia ihn noch immer liebt. Während Franz errät, wer die verkleidete Person ist, flieht Karl aus dem Schloss und trifft im Wald auf seinen Vater, den er für tot glaubte. Franz hat ihn in einem Hungerturm verwahren lassen. Die Räuber stürmen auf Geheiß des fassungslosen Karls das Schloss. Franz entzieht sich seiner Festnahme feige durch einen Selbstmord. Amalia wird als „Beute“ zu Karl in das Räuberversteck gebracht. Hier gibt sich Karl zu erkennen. Amalia hält an ihrer Liebe fest. Karl hat sich jedoch mit einem Eid unwiderruflich an die Räuber gebunden. Eine Rückkehr zu Amalia ist ihm somit nicht mehr möglich. Diese will ohne Karl nicht weiterleben und bittet ihn, sie zu töten. Er tut ihr diesen Gefallen schweren Herzens und beschließt, sich der Justiz zu übergeben. Er sieht ein, „dass zwei Menschen wie ich den ganzen Bau der sittlichen Welt zugrunde richten würden“.

Dieser Beitrag besteht aus 5 Seiten:

Kommentare

  1. Wann erkennt der alte Moor, dass der Räuberhauptmann sein Sohn Karl ist?
    Ich versteh die diese Text Stelle nicht so genau.. auf eine schnelle Antwort würde ich mich freuen, habe bald eine Prüfung!

  2. Wie bezeichnet dieses Drama die Epoche Sturm und Drang ? Und worum geht es im Drama Schubarts zur Erzählung does menschlichen Herzens ??bzw kurz zusammenfassung ..

    1. Sicher hätte er das tun können, aber er fühlte sich seiner Räuberbande mehr verpflichtet, als seiner Verlobten, was allerdings nicht so gut geendet hat, für niemanden 😉

    1. Selbstmord wäre sicher eine Lösung, damit der „Held“ einen tragischen Tod erleidet, aber sicher keine, die dem Charakter von Karl entspricht. Bereits sein Bruder Franz hatte sich durch Selbstmord feige den Rächern entzogen und Schweizer, Karls treu ergebener Gefolgsmann, beging ebenfalls Selbstmord – in diesem Falle einen Ehrenselbstmord. Karls Charakter ist anders angelegt. Er folgt ja höheren Motiven, auch wenn er kläglich scheitert. Schon Ende des zweiten Aktes beginnt Karl Moor ja zu begreifen, dass er eben kein Robin Hood ist, sondern nur der Hauptmann einer Verbrecherbande. Das stürzte ihn zunehmend in die Verzweiflung. Eine Rückkehr zu seinem alten Leben ist ihm nicht mehr möglich. Auch zu seiner Geliebten Amalia kann er nicht mehr zurück. Die Räuber erinnern ihn nämlich an den Eid, den er ihnen geschworen hatte. Er hatte sich einem Räuberleben verschrieben, das er nun verabscheut. Räuberhauptmann will er nicht mehr sein. Sich jetzt aber durch Selbstmord feige der Situation zu entziehen, daran denkt er nicht. Ganz im Gegenteil. Er löste die Räuberbande auf (zumindest wollte er das) und macht sich selbst zum Opfer, um die „beleidigten Gesetze“ zu befriedigen. Er sagt: „Aber noch blieb mir etwas übrig, womit ich die beleidigte Gesetze versöhnen, und die misshandelte Ordnung wiederum heilen kann. Sie bedarf eines Opfers – eines Opfers, das ihre unverletzbare Majestät vor der ganzen Menschheit entfaltet – dieses Opfer bin ich selbst. Ich selbst muss für sie des Todes sterben.“ Seine Räuber verstehen das nicht und glauben, er will Selbstmord begehen, weshalb sie ihn entwaffnen wollen. Dem widerspricht er aber gleich. Er will sich als „Opfer“ der Justiz ausliefern, er will so die „Harmonie der Welt“ wiederherstellen. In den Händen der Justiz erwartet ihn ganz sicher auch der Tod. Wenigsten will er einem armen Schlucker noch unter die Arme greifen, indem dieser das auf ihn ausgesetzte Kopfgeld verdienen soll. So erinnert er an seine eigentlichen, weit verfehlten Motive als Räuberhauptmann. Die Räuber nennen das aber „Großmannssucht“.

Sag was oder frag was!