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»Die Räuber« von Friedrich Schiller – Zusammenfassung und Inhaltsangabe zum Drama

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(Stimmen: 732 Durchschnitt: 3.9)

4. Akt

Wir wissen bereits, dass Franz Mangel an innerer Befriedigung fühlt, Karl dagegen von bitterer Reue gefoltert wird. Es fragt sich: Was werden sie tun?

1. Szene – Räuberlager in der Nähe des Moor’schen Schlosses

Karl ist wieder in seiner Heimat. Er befiehlt Kosinsky, zum Schloss zu reiten und ihn als Graf von Brand anzukündigen. Karl erinnert sich in einem dunklen, von Wehmut geprägten Monolog an seine Kindheit. Er zweifelt zwar, geht aber inkognito in das Schloss.

2. Szene – Ahnengalerie im Schloss

In der Ahnengalerie wird der verkleidete Karl von Amalia begleitet. Sie erkennt ihn zwar nicht wieder. Doch fühlt er, dass sie ihn – Karl – noch liebt. Von quälenden Vorwürfen gepeinigt, verlässt er die Galerie.

Inzwischen hat auch Franz den Besuch des vermeintlich Fremden wahrgenommen. Bei dessen Anblick überkommt Franz eine unheilvolle Ahnung, die sich schnell zu fürchterlicher Gewissheit steigert. Der Gedanke, den Fremden aus dem Wege zu räumen, kann einem Menschen wie Franz keine großen Bedenken einflößen. Nur selbst mag er es nicht tun. Dem alten Diener Daniel mutet Franz diese Tat zu. Nach heftigem Sträuben gibt Daniel nach.

3. Szene – ein Zimmer im Schloss

Gegenüber Daniel gibt sich Karl zu erkennen. Diesem war eine Narbe aufgefallen. Karl erfährt von den Intrigen seines tyrannischen Bruders. Karl weiß nun um die große Gefahr, in der er sich befindet. Er kann jetzt nicht weiter im Schloss bleiben. Kosinsky erscheint, um ihn abzuholen. Doch noch einmal drängt es Karl, Amalia zu sehen, das kann er sich nicht versagen.

4. Szene – im Garten des Schlosses

Friedrich Schiller "Die Räuber", 4. Akt 4. Szene: Der verkleidete Karl begegnet im Garten des väterlichen Schlosses Amalia, die ihrem Karl treu ergeben ist.

Friedrich Schiller „Die Räuber“, 4. Akt 4. Szene: Der verkleidete Karl begegnet im Garten des väterlichen Schlosses Amalia, die ihrem Karl treu ergeben ist.

Amalia hat sich in den Garten des Schlosses zurückgezogen. Durch die Anwesenheit des Fremden sah sie sich in ihrer Treue zu Karl bedrängt. Ihrem Schicksal aber kann sie nicht entkommen. Als Karl erscheint und sie nach ihrem Kummer befragt, erzählt er – im inkognito bleibend – seine Geschichte. Dabei versucht er, die Gesinnung ihres Herzens zu ergründen. Dabei stellt er ihr auch die Frage, wie es mit ihrer Treue aussähe, wenn ihr „Karl“ ein schändlicher Übeltäter wäre. Doch selbst da bleibt sie ihrem Karl bedingungslos treu. Karl bricht das Herz. Er flieht. Die Liebenden werden ewig voneinander getrennt bleiben, weiß er nun. Mit seinen räuberischen Taten hat er nicht nur sich selbst, sondern auch Amalia ins Unglück gestürzt.

5. Szene – Lager der Räuber

Friedrich Schiller "Die Räuber", 4. Akt 5. Szene: Schweizer hat Spiegelberg erstochen, der zum Meuchelmord an Karl anstiften wollte.

Friedrich Schiller „Die Räuber“, 4. Akt 5. Szene: Schweizer hat Spiegelberg erstochen, der zum Meuchelmord an Karl anstiften wollte.

Die Räuber singen ein verruchtes Lied und erwarten ihren Hauptmann. Karl hatte ihnen den Befehl hinterlassen, sich alles Raubens zu enthalten. Hierin findet Spiegelberg Veranlassung, seinem längst gehegten Unwillen über die Strenge des Hauptmanns Luft zu machen. Der alte Neid bricht hervor. Die Aussicht, selbst der Führer der Bande werden zu können, die er ins Leben gerufen hat, verlockt ihn. Er äußert Gedanken, Karl durch einen  Meuchelmord zu stürzen. Doch damit bereitet er sich selbst den Untergang. Der treue Schweizer zieht das Messer und ersticht den Abtrünnigen.

Jetzt erscheint Moor, der, seitdem er das väterliche Schloss und seine Amalia wiedergesehen hat, innerlich ein anderer geworden ist. Karl befiehlt den Räubern, sich zur Ruhe zu begeben. Er mag jetzt am liebsten allein sein. In einem schwermütigen Lied versucht er die Stimmung des Weltschmerzes wieder hervorzurufen, die ihn auf die Bahn seiner Verbrechen getrieben hat. Aber er fühlt es, dass er kein „Brutus“ geworden ist. Er verachtet sich und möchte sich am liebsten selbst vernichten. Das aber verbietet ihm sein Stolz. So überlässt er es der Vorsehung, die Zeit zu bestimmen, in welcher sie sich an ihm rächen wird. Doch bald erfährt er, dass sein Leben noch eine Bedeutung hat.

Friedrich Schiller "Die Räuber", 4. Akt 5. Szene: Der gepeinigte Graf Maximilian von Moor wird befreit. Sein Sohn Karl dringt nun zur Tat gegen seinen tyrannischen Bruder Franz.

Friedrich Schiller „Die Räuber“, 4. Akt 5. Szene: Der gepeinigte Graf Maximilian von Moor wird befreit. Sein Sohn Karl dringt nun zur Tat gegen seinen tyrannischen Bruder Franz.

Karl wird Zeuge, wie sein gefangener Vater zur Nachtzeit von Hermann mit Brot versorgt wird. Nun bekommt er vollständigen Aufschluss über die von Franz begangenen Verbrechen. Karl zeigt seinen Räubern seinen schmählich misshandelten Vater und fordert sie auf, ihn zu rächen. Nun fühlt sich Karl berechtigt, diejenigen, die unter ihm dienen, als den Arm höherer Majestät zu betrachten. Schweizer, der ihm einst das Leben gerettet hat, soll ihm Franz lebendig bringen. Hat er an diesem strafende Gerechtigkeit verübt, kann Karl die Aufgabe, die er sich gestellt hat, als vollendet ansehen. Die Räuber machen sich auf den Weg, während Karl im Lager zurückbleibt.

5. Akt

Im 5. Akt muss sich der Knoten lösen.

1. Szene – Ein Korridor im Schloss

Friedrich Schiller "Die Räuber", 5. Akt 1. Szene: Franz wurde von einem Albtraum über das jüngste Gericht heimgesucht.

Friedrich Schiller „Die Räuber“, 5. Akt 1. Szene: Franz wurde von einem Albtraum über das jüngste Gericht heimgesucht.

Der alte Diener Daniel will das Schloss verlassen, das er so viele Jahre seine Heimat nannte. Er verabschiedet sich vom Schloss – sein treues Mutterhaus. Da erscheint Franz, den ein Albtraum vom jüngsten Gericht plagte. Furcht, Schrecken, wilde Selbstanklage und Verzweiflung, dieselben Mittel, durch die er seinen Vater hat umbringen wollen, sie brechen jetzt über ihn selbst herein. Franz lässt nach einem Priester rufen. Mit Pastor Moser kommt er in Streit über die Fragen von Glaube und von Schuld. Franz verhöhnt Moser. Moser erklärt den Vater- und den Brudermord als die größten Sünden. Verstört bleibt Franz zurück.

Die Räuber stecken das Schloss in Brand. Als Franz erkennt, dass die Räuber ihn suchen, bittet er Daniel, ihn zu töten. Daniel verweigert und Franz erdrosselt sich mit seiner Hutschnur selbst. Schweizer entdeckt den Leichnam von Franz und erschießt sich, da er seinen Eid, Franz lebend seinem Räuberhauptmann Karl zu bringen, nicht mehr erfüllen kann.

2. Szene – Lager der Räuber

Der alte Moor erkennt sein Schicksal als ein Gericht Gottes an. Er hat einen Sohn gequält, ein Sohn musste ihn daher wieder quälen. Karl dagegen ist im Zweifel, ob er sich seinem Vater zu erkennen geben darf oder nicht. Das Wiedersehen könnte dem Vater ja doch nur Entsetzen bereiten. Er bittet ihn also nur, er möge den Retter in ihm segnen. Der alte Mohr tut es und kann dabei den Wunsch nicht unterdrücken, die beiden Brüder möchten wieder einig werden.

Friedrich Schiller "Die Räuber", 5. Akt 2. Szene: Franz ist tot. Die Räuber bringen auf Amalia mit ins Lager.

Friedrich Schiller „Die Räuber“, 5. Akt 2. Szene: Franz ist tot. Die Räuber bringen auf Amalia mit ins Lager.

Da erscheinen die Räuber und melden, dass sie Franz erdrosselt aufgefunden haben. Bei der Nachricht fällt dem Hauptmann ein schwerer Stein vom Herzen. Denn er wird dadurch des Richteramtes über seinem Bruder enthoben. Doch der Gerechtigkeit ist damit noch nicht Genüge getragen. Auch Karl muss den Kelch des Leidens bis zum Grund leeren. Im Schlepptau bringen die Räuber Amalia als „süperben Fang“ mit ins Lager. Das ist der Hohn des Schicksals, dass Karl in demselben Augenblick, wo sie mit liebenden Verlangen in seine Arme fällt, an dieser Wonne des Wiedersehens selbst nicht teilnehmen kann. Amalia verzeiht Karl und für einen Augenblick winkt Karl die Hoffnung, als könne er sich an Amalia innerlich wieder aufrichten. Doch da erheben die Räuber ihren Anspruch an ihrem Hauptmann, der ihnen Treue geschworen hat. Ihre Losung lautet: „Amalia oder die Bande!“

Friedrich Schiller "Die Räuber", 5. Akt 2. Szene: Karl erweist Amalia ihre letzte Bitte und ersticht sie, ehe er sich in die Hände der Gerichte übergibt.

Friedrich Schiller „Die Räuber“, 5. Akt 2. Szene: Karl erweist Amalia ihre letzte Bitte und ersticht sie, ehe er sich in die Hände des Gerichts übergibt.

Jetzt fühlt Karl, dass ein Sünder wie er nicht wieder umkehren kann. Amalia begreift, dass ihr das Glück der erfüllten Liebe nicht mehr lächeln wird. Sie wünscht sich den Tod, vollstreckt von seiner Hand, von der Hand Karls. Das ist die einzige Wohltat, die sie sich von ihm erbittet. Mit der Erfüllung dieses fürchterlichen Wunsches glaubt er auch seiner Bande gerecht geworden zu sein. Jetzt will er sie verlassen. Die beleidigten Gesetze will er nun versöhnen. Das ist die einzige Pflicht, welche ihm noch übrig bleibt. Deshalb übt er schließlich eine Wohltat an einem armen Mann, der ihn den Händen der Justiz überliefern soll. Somit ist es nicht das Schicksal, das ihn hier ereilt. Vielmehr ist sein Ende ein Akt des freien Willens, durch welchen er sich zum Opfer bringt.

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Kommentare

  1. Wann erkennt der alte Moor, dass der Räuberhauptmann sein Sohn Karl ist?
    Ich versteh die diese Text Stelle nicht so genau.. auf eine schnelle Antwort würde ich mich freuen, habe bald eine Prüfung!

  2. Wie bezeichnet dieses Drama die Epoche Sturm und Drang ? Und worum geht es im Drama Schubarts zur Erzählung does menschlichen Herzens ??bzw kurz zusammenfassung ..

    1. Sicher hätte er das tun können, aber er fühlte sich seiner Räuberbande mehr verpflichtet, als seiner Verlobten, was allerdings nicht so gut geendet hat, für niemanden 😉

    1. Selbstmord wäre sicher eine Lösung, damit der „Held“ einen tragischen Tod erleidet, aber sicher keine, die dem Charakter von Karl entspricht. Bereits sein Bruder Franz hatte sich durch Selbstmord feige den Rächern entzogen und Schweizer, Karls treu ergebener Gefolgsmann, beging ebenfalls Selbstmord – in diesem Falle einen Ehrenselbstmord. Karls Charakter ist anders angelegt. Er folgt ja höheren Motiven, auch wenn er kläglich scheitert. Schon Ende des zweiten Aktes beginnt Karl Moor ja zu begreifen, dass er eben kein Robin Hood ist, sondern nur der Hauptmann einer Verbrecherbande. Das stürzte ihn zunehmend in die Verzweiflung. Eine Rückkehr zu seinem alten Leben ist ihm nicht mehr möglich. Auch zu seiner Geliebten Amalia kann er nicht mehr zurück. Die Räuber erinnern ihn nämlich an den Eid, den er ihnen geschworen hatte. Er hatte sich einem Räuberleben verschrieben, das er nun verabscheut. Räuberhauptmann will er nicht mehr sein. Sich jetzt aber durch Selbstmord feige der Situation zu entziehen, daran denkt er nicht. Ganz im Gegenteil. Er löste die Räuberbande auf (zumindest wollte er das) und macht sich selbst zum Opfer, um die „beleidigten Gesetze“ zu befriedigen. Er sagt: „Aber noch blieb mir etwas übrig, womit ich die beleidigte Gesetze versöhnen, und die misshandelte Ordnung wiederum heilen kann. Sie bedarf eines Opfers – eines Opfers, das ihre unverletzbare Majestät vor der ganzen Menschheit entfaltet – dieses Opfer bin ich selbst. Ich selbst muss für sie des Todes sterben.“ Seine Räuber verstehen das nicht und glauben, er will Selbstmord begehen, weshalb sie ihn entwaffnen wollen. Dem widerspricht er aber gleich. Er will sich als „Opfer“ der Justiz ausliefern, er will so die „Harmonie der Welt“ wiederherstellen. In den Händen der Justiz erwartet ihn ganz sicher auch der Tod. Wenigsten will er einem armen Schlucker noch unter die Arme greifen, indem dieser das auf ihn ausgesetzte Kopfgeld verdienen soll. So erinnert er an seine eigentlichen, weit verfehlten Motive als Räuberhauptmann. Die Räuber nennen das aber „Großmannssucht“.

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