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»Wilhelm Tell« von Friedrich Schiller – Zusammenfassung, Inhaltsangabe, Hintergründe

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2. Der eidgenössische Bund und die Befreiung der Schweiz

Gertrud Stauffacher treibt ihren Mann zur Tat

Bei Werner Stauffacher in Steinen/Schwyz war der Pfeiffer von Luzern zu Besuch (I,2). Dieser ermahnte Stauffacher dazu, nicht zu den Habsburgern – den Österreichern – zu schwören. Schon seit geraumter Zeit grämt er sich über die gewalttätige Fremdherrschaft in seiner Heimat. Seine Frau Gertrud ermutigt ihn dazu, nicht nur darüber nachzudenken, sondern auch zu handeln. Sie glaubt an die Freiheit des Landes. Er soll sich mit den Leuten aus Unterwalden und Uri verbünden, die ebenso wie die Schwyzer geknechtet werden. Bevor er nach Uri aufbricht, erscheint Wilhelm Tell. Dieser bringt ihm den flüchtigen Baumgarten, dem Stauffacher Unterschlupf gewährt.

Stauffachers Versuch, Wilhelm Tell zu gewinnen

Gemeinsam mit Wilhelm Tell kommt Werner Stauffacher nach Altdorf (1,3), wo eine Zwingburg errichtet wird. Stauffacher versucht Tell für die gemeinsame Sache zu gewinnen. Der Eigenbrötler Tell will sich aber zunächst aus der Sache heraushalten.

Einigkeit über die Not der Waldstätten

Friedrich Schiller "Wilhelm Tell" 1. Akt 4. Szene: Staffacher, Fürst und Melchtal beschließen, gemeinsame Sache zu machen und reichen sich die Hände.

Friedrich Schiller „Wilhelm Tell“ 1. Akt 4. Szene: Staffacher, Fürst und Melchtal beschließen, gemeinsame Sache zu machen und reichen sich die Hände.

In der Wohnung von Walter Fürst (I,4) trifft Werner Stauffacher auf mehr Gehör als bei Wilhelm Tell. Walter Fürst hält den Arnold von Melchtal aus Unterwalden versteckt, der vor den Häschern des Landvogts geflohen war. Der junge Heißsporn hatte einen Untertanen des Vogts geschlagen, weil dieser den Bauern die Ochsen vom Pfluge wegnehmen ließ und sich hochmütig über die Not der Bauern äußerte. Wenn die Bauern Brot essen wollen, sollen sie sich selbst vor den Pflug spannen, hatte dieser gesagt. Der Unmut der Häscher über Melchtals Schläge ging über Melchtals Vater nieder, den man die Augen ausstechen ließ. Melchtal, Fürst und Stauffacher sind sich einig darüber, dass es zur Handlung drängt. Sie sind nicht nur die Vertreter der drei Urkantone der Schweiz, sie sind auch die Vertreter von drei Generationen. Sie vereinbaren sich zu einem geheimen Treffen auf dem Rütli. Jeder solle dazu zehn Männer aus dem eigenen Land mitbringen.

Rütlischwur und Planung des Auftstands

Auf der Rütliwiese treffen die Verschworenen mit ihren Geflogsleuten ein. Zunächst kommt Melchtal mit seinen Leuten, danach Stauffacher. Dieser beruhigt Melchtal sogleich, den es nach Rache gelüstet: „Sprecht nicht von Rache. Nicht Geschehenes rächen, gedrohtem Uebel wollen wir begegnen.“ Als auch Walter Fürst eintrifft, erörtern die Verschworenen die gegenwärtige Lage. Gemeinsam erinnern sie sich daran, dass sie sich freiwillig unter den Schutz des Kaisers begeben hatten. Durch das tyrannische Auftreten und die Unterdrückung der Schweizer sehen sie nun den eingegangenen Vertrag mit dem Kaiser als gebrochen an. Dabei wollen sie nun „ein uralt Bündnis nur vor Väterzeit“ erneuern. Sie reichen sich die Hände und schwören den Bundeseid, füreinander einzustehen. Danach planen sie den Aufstand in ihren Waldstätten. Mit Rauchzeichen will man sich  über den Fortgang der Aufstände informieren.

Die Verschworenen geben dem Rudenz die Hand

Um den sterbenden Freiherrn von Attinghausen haben sich die verschworenen Eidgenossen versammelt. Der sterbende Adelige sieht wegens des Bundes der Eidgenossen mit Zuversicht in die Zukunft seines Landes. Der Alte dringt nochmals in sie ein, sich ewig einander zu verbünden, ehe er stirbt. Kurz darauf erscheint auch der Neffe und Erbe Attinghausens, Ulrich von Rudenz. Dem Sinneswandel des Rudenz, der sich den Verschworenen anschließen möchte und nun auch zum Kampf für das Land seiner Väter bereit ist, stehen sie zunächst mit Argwohn gegenüber. Rudenz dringt in sie, unverzüglich den Kampf aufzunehmen. Auch Berta von Bruneck wurde von Gessler in dessen Burg verschleppt.

Befreiung der Schweiz von den Unterdrückern

Friedrich Schiller "Wilhelm Tell" 5. Akt 1. Szene: Die Zwingburg des Vogtes wird nieder gerissen.

Friedrich Schiller „Wilhelm Tell“ 5. Akt 1. Szene: Die Zwingburg des Vogtes wird nieder gerissen.

Die Burgen der Landvögte wurden erobert und die Vögte vertrieben. In Altdorf wartet man auf die Nachrichten der Boten. Während man die Zwingburg Gesslers einreißt, berichtet Arnold von Melchtal davon, wie die Burg Sarnen von Rudenz ganz ohne Blutvergießen eingenommen und Berta von Bruneck befreit werden konnte. Den Landvogt Landenberg hatte Melchtal verfolgt, ihn aber eben nicht aus Rache getötet. Vielmehr nahm er dem Vogt den Schwur ab, niemals wieder zurückzukehren, berichtet Melchtal. Der Hut Gesslers wird in Uri von der Stange gerissen. Das Symbol der Knechtung wandeln die Eidgenossen nun um in ein Symbol der Befreiung und der Freiheit des eigenen Volkes. Walter Fürst sagt: „Nein, lasst ihn aufbewahren! / Der Tyrannei musst’ er zum Werkzeug dienen, / Er soll der Freiheit ewig Zeichen sein!“

Walter Fürst bringt die Nachricht, dass der Kaiser durch Johann Parricida ermordet wurde. Weil das Kaisertum nun auf Luxemburg übergeht, freut man sich. Denn den Habsburger wird damit die Herrschaft entrissen werden. Die immerwährende Freiheit der Waldstätten ist somit greifbar nahe. Als ein Brief der Kaiserin erscheint, die nach dem Mörder ihres Mannes suchen lässt, heißt man zwar den Mord an dem Kaiser nicht gut, aber dessen Mörder stellen, das ist den Schweizern des Guten zu viel. Abschließend gedenken sie gemeinsam dem Tell.

Wilhelm Tell wird von den Eidgenossen als Held gefeiert

Gemeinsam ziehen sie zum Haus von Wilhelm Tell, um ihn als den Befreier hochleben zu lassen. Sie umringen den Schweizer Helden und dessen Familie, während Rudenz seinen Knechten die Freiheit erklärt.

Dieser Beitrag besteht aus 9 Seiten:

Kommentare

    1. Ja. Ich habe acht Jahre an der Deutschen Schule in Helsinki unterrichtet und habe mit meinen finnischen Schülern „Wilhelm Tell“ gelesen.

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