HomeText: Verschwörung des Fiesco3. AktDie Verschwörung des Fiesco zu Genua – 3. Akt, 4. Auftritt

Die Verschwörung des Fiesco zu Genua – 3. Akt, 4. Auftritt

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Mohr keuchend. Fiesco.

FIESCO. Woher so in Atem?

MOHR. Geschwind, gnädiger Herr –

FIESCO. Ist was ins Garn gelaufen?

MOHR. Lest diesen Brief! Bin ich denn wirklich da? Ich glaube, Genua ist um zwölf Gassen kürzer worden, oder meine Beine um soviel länger. Ihr verblaßt? Ja, um Köpfe werden sie karten, und der Eure ist Tarock. Wie gefällts Euch?

FIESCO wirft den Brief erschüttert auf den Tisch. Krauskopf und zehen Teufel! wie kommst du zu diesem Brief?

MOHR. Ohngefähr wie – Euer Gnaden zur Republik. Ein Expresser sollte damit nach Levanto fliegen. Ich wittre den Fraß. Laure dem Burschen in einem Hohlweg auf. Baff! liegt der Marder – wir haben das Huhn.

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FIESCO. Sein Blut über dich! Der Brief ist nicht mit Gold zu bezahlen.

MOHR. Doch dank ich für Silber. Ernsthaft und wichtig. Graf von Lavagna. Ich habe neulich einen Gelust nach Euerm Kopf gehabt. Indem er auf den Brief deutet. Hier wär er wieder – jetzt, denk ich, wären gnädiger Herr und Hollunke quitt. Fürs weitere könnt Ihr Euch beim guten Freunde bedanken. Reicht ihm einen zweiten Zettel. Numero zwei.

FIESCO nimmt das Blatt mit Erstaunen. Wirst du toll sein?

MOHR. Numero zwei. Er stellt sich trotzig neben ihn, stemmt den Ellenbogen an. Der Löwe hats doch so dumm nicht gemacht, daß er die Maus pardonnierte? Arglistig. Gelt! er hats schlau gemacht, wer hätt ihn auch sonst aus dem Garne genagt? – Nun? Wie behagt Euch das?

FIESCO. Kerl, wieviel Teufel besoldest du?

MOHR. Zu dienen – nur einen, und der steht in gräflichem Futter.

FIESCO. Dorias eigene Unterschrift! – Wo bringst du das Blatt her?

MOHR. Warm aus den Händen meiner Bononi. Ich machte mich noch die gestrige Nacht dahin, ließ Eure schönen Worte und Eure noch schönern Zechinen klingen. Die letzten drangen durch. Früh sechs sollt ich wieder anfragen. Der Graf war richtig dort, wie Ihr sagtet, und bezahlte mit schwarz und weiß das Weggeld zu einem konterbandenen Himmelreich.

FIESCO aufgebracht. Über die feilen Weiberknechte! – Republiken wollen sie stürzen, können keiner Metze nicht schweigen. Ich sehe aus diesen Papieren, daß Doria und sein Anhang Komplott gemacht haben, mich mit eilf Senatoren zu ermorden und Gianettino zum souveränen Herzog zu machen.

MOHR. Nicht anders, und das schon am Morgen der Dogewahl, dem dritten des Monats.

FIESCO rasch. Unsere flinke Nacht soll diesen Morgen in Mutterleibe erwürgen – Geschwind, Hassan. – Meine Sachen sind reif – Rufe die andern – Wir wollen ihnen einen blutigen Vorsprung machen – Tummle dich, Hassan!

MOHR. Noch muß ich Euch meinen Schubsack von Zeitungen stürzen. Zweitausend Mann sind glücklich hereinpraktiziert. Ich habe sie bei den Kapuzinern untergebracht, wo auch kein vorlauter Sonnenstrahl sie ausspionieren soll. Sie brennen vor Neugier, ihren Herrn zu sehen, und es sind treffliche Kerl.

FIESCO. Aus jedem Kopf blüht ein Skudi für dich – Was murmelt Genua zu meinen Galeeren?

MOHR. Das ist ein Hauptspaß, gnädiger Herr. Über die vierhundert Abenteurer, die der Friede zwischen Frankreich und Spanien auf den Sand gesetzt hat, nisteten sich an meine Leute und bestürmten sie, ein gutes Wort für sie bei Euch einzulegen, daß Ihr sie gegen die Ungläubigen schicken mögt. Ich habe sie auf den Abend zu Euch in den Schloßhof beschieden.

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